Wo ist Mama Ente?

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Das kleine Entchen aus der Geschichte - Wo ist Mama Ente?

An einem großen Teich, mitten im Grünen, steht Mama Ente gerade in ihrem Nest und ist ganz stolz als der Nachwuchs aus den Eiern schlüpft. Die kleinen Enten zerbrechen die Schalen und strecken ihre kleinen Köpfchen raus. Dann wackeln sie mit dem Hintern und schütteln die restliche Schale vom Po.

Mama Ente stubst als Begrüßung jedes Einzelne von ihnen liebevoll mit dem Schnabel an. Die kleinen wissen sofort, dass das die Mama ist. Dann springt die Mama ins Wasser und eins nach dem anderen springt hinterher. Sie schwimmen in einer Linie über den Teich – die stolze Mama vorne weg.

Aber, oh je, was ist das? Ein Küken ist noch nicht geschlüpft. Es rumpelt hin und her und kullert im Nest kreuz und quer. Mit viel Schwung purzelt es auf die Wiese und das Ei zerbricht an einem Stein. Die Eierschale fliegt umher und das kleine Entchen schüttelt sich sehr. Vorsichtig schaut es sich um. Nanu, es ist niemand da. Hm, komisch. So watschelt das Entchen los um seine Mama zu suchen.

Nach kurzer Zeit trifft das Entchen einen Frosch. Der Frosch sitzt auf einem Ast am Wasser und quakt. „Hurra!“ denkt sich das Entchen. „Das muss Mama sein.“ Es läuft zum Frosch und quakt vergnügt mit. Der Frosch schaut das Entchen an: „Was machst du hier?“ fragt der Frosch. Das Entchen antwortet: „Ich quake mit dir, Mama!“ Der Frosch schüttelt den Kopf: „Ich bin doch nicht deine Mama!“ sagt er und hüpft davon.

Das Entchen ist traurig. Dachte es doch, dass es seine Mama gefunden hat. Mit hängendem Köpfchen watschelt es weiter. Nach ein paar Schritten trifft es auf einen Vogel. Der Vogel zwitschert fröhlich vor sich hin. Das Entchen schaut den Vogel an und denkt: „Das ist kein quaken, aber es hat Federn. Vielleicht ist das ja meine Mama.“ Und schon setzt es sich neben den Vogel und quakt lauthals mit. Der Vogel ist empört: „Warum überdeckst du meinen schönen Gesang mit deinem gequake?“ fragt er. Dann pickt er das Entchen auf den Kopf und fliegt davon.

Jetzt ist das Entchen richtig traurig und es kullern ihm Tränchen über die Wangen. „Ich finde meine Mama nie wieder!“ schluchzt es leise vor sich hin. Da kommt ein Fuchs zu dem Entchen. „Na kleines Entchen, warum bist du denn so traurig?“ fragt der Fuchs. „Ich suche meine Mama. Ich bin ganz allein!“ sagt das Entchen. Der Fuchs grinst hinterlistig und sagt: „Komm mal mit mir mit. Zusammen finden wir deine Mama.“

Das Entchen freut sich: „Hurra!“ und läuft dem Fuchs hinterher. Nach einiger Zeit fragt das Entchen den Fuchs: „Wie lange laufen wir denn noch? Wir sind ja schon fast im Wald.“ Der Fuchs antwortet: „Mach dir keine Sorgen. Deine Mama ist dort und wartet auf dich.“

Der Fuchs hat aber nicht vor die Mama zu finden. Er will das Entchen in den Wald locken, um es im Schutze der Bäume zu fressen. Der Fuchs grinst und denkt sich: „Das ist ja schon zu einfach. Ich muss das Entchen noch nicht mal tragen, es läuft von alleine in den Wald.“

Am Waldrand angekommen, bleibt das Entchen stehen: „Es ist aber dunkel dort im Wald!“ sagt es ängstlich. „Du brauchst keine Angst haben!“ sagt der Fuchs. „Ich habe deine Mama dort versteckt, damit sie in Sicherheit ist. „Sicher, wovor?“ fragt das Entchen. Der Fuchs antwortet mit besorgter Stimme: „Weißt du, es gibt viele böse Tiere, die euch furchtbar gerne fressen würden. Aber hab keine Angst, ich gehöre nicht dazu!“

Brauner Bär aus der Geschichte - Wo ist Mama Ente?

Gerade als sie weitergehen wollten, stellt sich ein Bär in den Weg: „Na Fuchs? Wo willst du denn mit dem Entchen hin?“ fragt er. Der Fuchs duckt sich vor Schreck: „Hallo großer Bär, wo kommst du denn so plötzlich her? Ich helfe dem Entchen nur seine Mama zu finden!“ Der Bär guckt das Entchen an. Dann fragt er mit brummiger Stimme: „Stimmt das kleines Entchen?“ Das Entchen springt auf und ab: „Ja! Der Fuchs hat sie im Wald versteckt, weil es so viele böse Tiere gibt.“

Da ahnt der Bär sofort, was der Fuchs im Schilde führt. „So, so. Es gibt also viele böse Tiere hier.“ brummt er. Dann schaut er den Fuchs misstrauisch an: „Na, zum Glück gehörst du nicht dazu, Fuchs. Stimmt‘s?“ Der Fuchs schüttelt schnell den Kopf: „Nein, nein, aber natürlich nicht. Ich wollte dem armen Entchen nur helfen.“ Der Bär nimmt das Entchen schützend in seine Tatzen und sagt: „Na, dass ist aber toll, dass der Fuchs dir bis hierher geholfen hat. Jetzt übernehme ich dann mal besser. Deine Mama ist nämlich gar nicht mehr im Wald. Ich glaube, sie ist zum Teich gegangen um dich zu suchen. Sie vermisst dich nämlich ganz doll, weißt du?.“ Dann schaut er wieder den Fuchs an und fragt mit drohendem Blick: „Stimmt‘s Fuchs?“ Der Fuchs nickt ganz schnell mit dem Kopf: „Ja ja, jetzt wo du es sagst, fällt es mir wieder ein. Sie ist vorhin zum Teich gelaufen.“ Dann schaut der Fuchs das Entchen an: „Deine Mama ist schon wieder am Teich. Das hatte ich ganz vergessen, ja ja.“

So nimmt der Bär das Entchen mit. Auf dem Weg zum Teich treffen die Beiden auf den Vogel. Das Entchen zittert. „Was hast du denn?“ fragt der Bär. Das Entchen duckt sich und flüstert: „Der Vogel hat mich gepickt, weil ich ihn für meine Mama hielt.“ Der Bär schaut den Vogel böse an und brummt: „Schau ich hier in dein Gesicht, das Entchen wohl die Wahrheit spricht. Zu helfen ist auch deine Pflicht, aber du halfst dem armen Entchen nicht!“ Dann atmet er tief durch: „Darüber sprechen wir noch, wenn ich zurückkomme.“ sagt er und trägt das Entchen weiter. Der Vogel flattert schnell davon.

Als nächstes treffen die Beiden auf den Frosch. Der Bär schaut das Entchen an: „Hat der Frosch dir auch etwas getan?“ Das Entchen antwortet: „Nein, er ist nur weggehüpft.“ Der Bär schaut den Frosch böse an und brummt: „Schau ich hier in dein Gesicht, das Entchen wohl die Wahrheit spricht. Zu helfen ist auch deine Pflicht, aber du halfst dem armen Entchen nicht!“ Dann atmet er tief durch: „Darüber sprechen wir noch, wenn ich zurückkomme.“ sagt er und trägt das Entchen weiter. Der Frosch hüpft schnell davon.

Als die Beiden am Teich ankommen, freut sich das Entchen riesig, als es die Mama sieht. Es jubelt und springt kopfüber in den Teich: „Danke lieber Bär! ruft es dem Bären zu. „Und bitte danke auch dem Fuchs von mir.“ Der Bär brummt lautstark zurück: „Gern geschehen kleines Entchen. Und keine Sorge, ich werde dem Fuchs ganz gewiss schlagkräftig von dir danken.“

Als der Fuchs das hört, spitzt er erschrocken die Ohren. „Oh je, jetzt geht es mir doch noch an den Kragen.“ denkt er sich und rennt so schnell er kann über alle Berge. Seitdem wurde der Fuchs nie wieder gesehen. Der Bär aber hält immer noch ein wachsames Auge auf das kleine Entchen, damit nie wieder ein schlauer Fuchs auf dumme Gedanken kommt.

Autor: Jens Pätz

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