Von Zufällen und Schneebällen

Altersempfehlung: 
Lesedauer: 
Geschichte bewerten: 

Lisa im Schnee aus der Weihnachtsgeschichte - Von Zufällen und Schneebällen - Autor: Jens Pätz - schlummerienchen.de

Es ist der 23. Dezember – ein Tag vor Heiligabend. In der Luft liegt ein Hauch von Weihnachtszauber. Es duftet in der ganzen Stadt nach Lebkuchen und Bratäpfeln. Der Schnee rieselt, vom Wind aufgewühlt, in lustigen Kreisen vom Himmel herab. Lisas Pudelmütze ist schon puderweiß. Sie hüpft mit ausgebreiteten Armen durch den Schnee und dreht sich. „Dreh dich nicht zu schnell, Lisa, sonst wird dir noch schwindelig!“, ruft Lisas Mama, die - mit Geschenktüten bepackt - hinter ihr herläuft.

Lisa bleibt stehen. „Das macht aber so viel Spaß!“, ruft sie und schaut blinzelnd nach oben. Weihnachten wird dieses Jahr bestimmt schön, denkt sie, bevor eine Schneeflocke auf ihrem Gesicht landet und ihre Nase kitzelt.

„Na, das kitzelt, oder?“, sagt plötzlich eine behagliche Stimme hinter ihr. Lisa fährt herum und sieht eine alte Frau mit Gehstock, die sich zu ihr hinunter gebeugt hat und sie nun freundlich anlächelt. „Ja und wie!“, kichert Lisa.

Als sich die alte Frau wieder aufrichtet, sieht sie Lisas Mama mit den Einkaufstüten bepackt im rieselnden Schnee stehen. „Ach, her je. Hübsches Kind! Das ist doch viel zu schwer! Kommen sie, ich helfe ihnen. Wo müssen sie denn hin?“

Mit ausgestreckten Armen wackelt die zierliche alte Frau etwas holprig auf Lisas Mama zu. „Ach nein. Das geht schon!“, antwortet Lisas Mama. Sie möchte der alten Dame nicht zumuten so schwer zu tragen.

 

 „Keine Widerrede! Ein Nein akzeptiere ich nicht!“, lächelt die betagte Dame und greift beherzt nach ein paar Tüten. Lisas Mama gibt sich geschlagen. „Ach, na gut. Aber nehmen sie nicht zu viele! Die sind schwer!“ Die alte Frau wackelt mit dem Kopf. „Ach, mein Kind: Was ich in meinem Leben schon alles getragen habe!“, schmunzelt sie. „Da machen ein paar Tüten mehr oder weniger den Kohl auch nicht fett!“

Bei diesen Worten muss die kleine Lisa wieder kichern. „Den Kohl nicht fett!“, ruft sie und lacht. „Das ist lustig!“ „Was?“, fragt die alte Frau erstaunt. „Den alten Spruch kennst du nicht? Na, dann wirst du wohl noch öfter lachen, wenn du mit mir sprichst.“

Mit Geschenken bepackt und guter Dinge gehen die drei los. Nach ein paar Minuten zeigt Lisas Mama auf ein Reihenhaus am Ende der Straße. „Hören Sie. Wir müssen auch gar nicht mehr weit. Da vorne ist es schon. Das blaue Haus auf der rechten Seite.“ Die alte Frau nickt. „Na, das wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schaffen. Sie können mich übrigens Trudchen nennen. So nennen mich alle meine Freunde.“, lächelt sie und fügt dann etwas betrübt hinzu: „Also, alle die noch übrig sind.“

Aber Trudchen ist nicht lange betrübt, denn sie hört schon wieder Lisas kichern. „Na, was ist denn bei dir schon wieder los?“, fragt sie neugierig. „Das wäre doch gelacht, hast du gesagt.“, kichert Lisa. „Ach was, den kanntest du auch nicht?“, fragt Trudchen verblüfft. Lisa schüttelt den Kopf und die beiden albern, auf dem Weg zur Haustür, noch ein wenig herum.

Am Haus angekommen stellt Trudchen die Tüten ab. „So, das wäre geschafft!“, sagt sie. „Vielen Dank!“, bedankt sich Lisas Mama. „Müssen sie denn jetzt den ganzen Weg wieder zurück?“ „Aber nein, mein Kind.“, antwortet Trudchen. „Wie es der Zufall will, sind wir fast Nachbarn. Ich bin dort drüben auf der anderen Straßenseite in eine Mietwohnung gezogen. Mein altes Haus war mir viel zu groß - jetzt wo ich alleine bin“, erklärt sie und zeigt auf die gegenüberliegende Straßenseite.

 

Lisas Mama hat verstanden, was Trudchen meinte. Anscheinend ist vor kurzem Trudchens Ehemann verstorben. Bedrückt schaut sie die alte Frau nun an und fasst sie an die Schulter. Sie weiß aber nicht so recht, was sie sagen soll. Da platzt Lisa dazwischen. „Das ist ja großartig!“, ruft sie freudig. „Dann sehen wir uns jetzt öfter!“

Und Lisa freut sich wirklich. Denn sie mag Trudchen. Was vielleicht auch ein bisschen daran liegt, dass Lisas Großeltern so weit weg wohnen. „Wollen sie nicht noch mit rein?“, fragt sie freudestrahlend. „Ach Lisa.“, mischt sich die Mama ein. „Trudchen hat bestimmt auch noch viel zu tun!“ Nach einer kurzen Pause antwortet Trudchen: „Das stimmt. Ich muss selbst noch so viel vorbereiten. Weißt du, mein Sohn kommt mich zu Weihnachten besuchen und ich muss noch seine Lieblingsplätzchen backen. Da freut er sich bestimmt ganz doll.“ Irgendetwas kommt Lisa an dieser Antwort komisch vor, was sie nur noch mehr bestärkt nicht locker zu lassen. „Ach, bitte, bitte, bitte, bitte.“, bettelt sie – während sie ungeduldig auf und ab wippt.

Als das alles nichts bringt, stößt sie ihre Mama an, die sich bei so viel Bitten und Betteln geschlagen gibt. „Also, ich würde mich auch sehr freuen, wenn sie noch kurz mit rein kommen. Wir könnten uns an einem heißen Apfel-Zimt-Tee aufwärmen – mögen sie den?“, lächelt Lisas Mama Trudchen an. Die alte Dame gerät ins Schwärmen: „Oh, und ob ich den mag, meine Liebe.“ Mit einem Lächeln schiebt sie ihre Brille hoch und beugt sich zu Lisa hinunter: „Ok, aber nur wenn du mich ab jetzt auch Trudchen nennst.“ Sofort schnappt Lisa Trudchens Hand. „Abgemacht! Ich wusste doch, dass du mit reinkommen möchtest!“, sagt sie grinsend, während sie die zierliche alte Dame kräftig durchschüttelt. „Ui, ui, ui!“, lächelt Trudchen und stubst Lisa auf die Nase. „Nicht so doll. Da schüttelt es mich ja am ganzen Körper!“

Drinnen wärmen sich dann alle bei einer heißen Tasse Apfel-Zimt-Tee auf und Trudchen spielt sogar noch ein paar Spiele mit Lisa. Beim Spielen erzählt Lisa Trudchen, dass ihr Papa ein Superheld ist. Deswegen hat er fast nie Zeit und kommt nur selten zu Besuch. Also nur wenn gerade kein Bösewicht geschnappt werden muss. Lisas Mama ist überrascht, dass Lisa Trudchen so etwas erzählt und überlegt, wie sie es der alten Dame erklären könnte. Doch da nickt Trudchen bereits verständnisvoll. „Oh ja, das kenne ich.“, sagt sie laut. „Mein Sohn ist auch ein Superheld. Das ist ein ziemlich zeitaufwendiger Beruf.“ Dann schaut sie Lisa über ihre Brillengläser an und zieht die Augenbrauen hoch. „Aber auch ein sehr wichtiger Beruf, stimmt’s oder habe ich recht?“, flüstert sie und zwinkert dann Lisas Mama zu. Lisa merkt sofort, dass die alte Dame Ahnung hat. „Stimmt genau!“, antwortet die Kleine. „Ich will aber später trotzdem keine Superheldin werden!“ „Nein?“, fragt Trudchen verblüfft. „Nein!“, antwortet Lisa mit fester Stimme. „Dann habe ich ja auch nie Zeit. Das ist doof! Ich werde anders helfen.“ „Ach ja? Und wie?“, fragt Trudchen neugierig. Da greift Lisa nach einer großen Lupe. Sie kneift ihr linkes Auge zu und hält die Lupe vor ihr rechtes Auge – sodass es ganz groß wird. „Ich werde Detektivin!“, sagt sie grinsend und rümpft ihre Nase. Bei dem Anblick muss Trudchen herzhaft lachen. „Das kann ich mir bei dir gut vorstellen. Du bist neugierig und gar nicht bange! Du wirst eine spitzen Detektivin!“ Lisa setzt die Lupe ab. „Natürlich! Ich werde die Beste!“, sagt sie überzeugt ohne eine Miene zu verziehen. Als ob sie es jetzt schon wüsste.

So vergeht die Zeit und Trudchen hat viel Spaß. Dann schaut sie plötzlich auf die Uhr. „Oh, so spät ist es schon! Jetzt muss das alte Trudchen aber Kekse backen gehen!“, sagt sie erschrocken. Sie verabschiedet sich und Lisa schaut ihr noch aus dem Fenster nach. Trudchen wohnt wirklich im Haus schräg gegenüber. Lisa kann sogar bis in ihre Wohnung gucken. Das ist natürlich hoch interessant für eine angehende spitzen Detektivin. Und so schaut sie am Abend noch ab und zu hinüber und sieht die alte Frau bis spät in den Abend hinein in der Küche backen.

Der nächste Tag kommt und Heiligabend rückt immer näher. Lisa ist schon ganz aufgeregt. Sie rennt durchs Haus und ruft: „Mama, Mama. Wann kommen Oma und Opa?“ Doch Lisas Mama hat schlechte Neuigkeiten, das kann Lisa ihrer Mama schon ansehen. Ihre Großeltern mussten bestimmt mal wieder im letzten Moment absagen. Durch den dichten Schnee können sie nicht kommen. Denn Lisa weiß der Opa fährt nicht gerne bei Schneegestöber. Da könnte zu viel passieren. „Du musst gar nichts sagen.“, sagt Lisa enttäuscht und stützt sich auf den Küchentisch. Mit dicken Pausbacken sitzt sie da und atmet frustriert aus: „Puh, das ist echt doof. Ich hatte mich so auf Oma und Opa gefreut.“

Doch egal wie enttäuscht Lisa auch ist, die Zeit vergeht trotzdem. Der Abend kommt und es werden endlich Geschenke ausgepackt. Die rechte Weihnachtsstimmung will jedoch nicht aufkommen. „Kommt Papa heute noch?“, fragt Lisa während sie ihr erstes Geschenk auspackt und die Antwort eigentlich schon kennt. „Dein Papa hat leider zu viel zu tun“, antwortet ihre Mama. Als hätte Lisa das nicht schon geahnt. „Das nervt!“ flüstert sie leise. „Wahrscheinlich muss er mal wieder Superschurken fangen. Müssten die nicht eigentlich auch mal Weihnachten feiern?“

Langsam aber sicher beschleicht Lisa das Gefühl, dass diese Weihnacht doch nicht so schön wird wie erhofft. Im Hintergrund läuft leise Weihnachtsmusik. Das Essen duftet aus der Küche und der Weihnachtsbaum funkelt. Eigentlich ist alles schön weihnachtlich; aber Lisa kann sich einfach nicht freuen. „Magst du das Geschenk nicht?“, fragt Lisas Mama. „Das hast du dir doch gewünscht.“ Lisa stellt das Geschenk zur Seite. „Doch, ja.“, sagt sie, steht auf und geht zum Fenster. Draußen schneit es immer noch kräftig. Magische Weihnachten sagen immer alle, denkt Lisa. Ich sehe nur blöden Schnee. Eigentlich mag sie Schnee. Aber nicht, wenn er Oma und Opa fern hält.

 

Durch die wehenden Schneeflocken sieht Lisa Trudchen in ihrer Wohnung sitzen. Ein Lächeln huscht ihr über das Gesicht. Dann verschwindet das Lächeln aber wieder und sie atmet schwer. Ach wäre es schön, wenn wenigstens Trudchen rüberkommen könnte, denkt sie. Dann legt sie ihren Kopf schief und fängt an zu grübeln. Moment mal! Da stimmt doch was nicht! Trudchen sitzt alleine in der Küche. Vor ihr auf dem Tisch eine mickrige Kerze. Die alte Frau sitzt fast im Dunkeln. Von ihrem Sohn ist weit und breit nichts zu sehen. Lisa drückt ihre Nase an die Scheibe. Tatsache, sie sitzt dort mutterseelenallein und … was ist das? Sie löffelt etwas mit einem großen Löffel. Das wird doch wohl keine Suppe sein? Wer löffelt denn zu Weihnachten eine Suppe?

Lisa springt auf. Sie läuft zu ihrer Mama, schnappt ihre Hand und zieht sie zum Fenster. „Was ist denn los?“, fragt Lisas Mama, als sie auch schon sieht, was Lisa ihr zeigen will. Nun steht auch die Mama am Fenster und schaut traurig zu Trudchen hinüber. „Ist ihr Sohn also doch nicht gekommen. Vielleicht konnte er ja auch nicht durch den Schnee.“, murmelt sie nachdenklich. „Ach so’ n Quatsch mit Soße Mama!“, ruft Lisa. „Ist doch logisch! Der muss bestimmt auch Superschurken fangen – wie Papa!“

Beide stehen eine Weile stumm da. Dann packt Lisas Mama Lisa an den Armen. „Weißt du was?“, sagt sie zu Lisa. „Hol deine Mütze! Heute feiert keiner allein!“ Lisa macht einen Luftsprung. „Au ja!“, ruft sie und flitzt los.

Kurz darauf hüpfen Lisa und ihre Mama vergnügt durch den Schnee auf die andere Straßenseite. Doch als sie bei Trudchen klingeln wollen, fällt ihnen auf, dass sie Trudchens Nachnamen gar nicht kennen. „Hm, mal überlegen“, sagt Lisa und tippt sich mit ihrem Zeigefinger nachdenklich auf die Lippen. „Welcher Name könnte zu Trudchen passen? Krz… Krs… Krsch… Was soll das denn heißen? Mama, was steht denn da?“ Lisa kann die Namen auf den Klingelschildern kaum entziffern. Dann muss es halt anders gehen, denkt sie sich und hebt die Hand. „Wir können doch einfach überall klingeln!“, sagt sie dabei. Doch Lisas Mama schüttelt sofort streng den Kopf. „Oh nein, mein Schatz. Das machen wir nicht! Sowas machen doch nur Bösewichte!“, schmunzelt sie. Dann geht sie ein paar Schritte zurück und schaut zu Trudchens Wohnung hoch. „Was machst du da jetzt?“, fragt Lisa. „Geben wir schon auf?“ Lisas Mama schaut in Lisas enttäuschtes Gesicht. „Von wegen. Hier wird nicht aufgegeben!“, sagt sie energisch und greift in den Schnee. „Komm, hilf mir mal!“

Vom Fleck weg begreift Lisa, was ihre Mama vor hat. „Au ja! Gute Idee! Warum bin ich da nicht drauf gekommen?“, ruft sie und macht gleich mit. Beide stehen nun auf dem Fußweg und formen Schneebälle. Mit den Bällen versuchen sie Trudchens Küchenfenster zu treffen. Lisas Schneebälle fliegen jedoch nicht hoch genug. Gut, das war zu erwarten. Lisas Mama hingegen ist aber ein echtes Wurftalent. Der dichte Schnee und der eisige Wind machen es ihr jedoch nicht gerade leicht. Lisa ist schon ganz hibbelig, als ihre Mama bereits den vierten Versuch startet. „Höher Mama! Du musst höher!“, ruft die Kleine aufgeregt. „Ich weiß mein Schatz!“, antwortet die Mama etwas angespannt. Unter großer Anstrengung wirft sie nun den vierten Ball so hoch sie kann und es scheint wieder nicht zu reichen. Doch als Lisa gerade meckern will, erfasst plötzlich eine starke Windböe den Schneeball und gibt der kleinen Schneekugel nochmal ordentlich Schub. Was für ein Zufall! Beide können es kaum glauben, als der Schneeball tatsächlich noch mit einem dumpfen Bums gegen die Fensterscheibe schlägt.

Die beiden Schneeballengel in weihnachtlicher Mission jubeln und freuen sich. Und schon im nächsten Moment taucht Trudchen an der Scheibe auf. Doch dann verschwindet sie einfach wieder. „Was ist denn jetzt?“, fragt Lisa. „Hat sie uns nicht gesehen?“ „Doch bestimmt! Warte mal einen Moment!“, antwortet ihre Mama. Da ertönt auch schon der Türsummer. „Schnell, die Tür!“, ruft sie und Lisa flitzt übereilt los.

Etwas zu schnell, wie sich herausstellt. Denn nach dem schwungvollen Start kommt sie ins Schlittern. Mit wedelnden Armen und ordentlichem Schwung rutscht sie auf die Eingangstür zu. „WoOoaAaaah! Wwwums!“ Hört man es krachen und die Tür fliegt auf. „Oh Gott! Lisa! Alles in Ordnung?“, ruft Lisas Mama besorgt. Doch da ertönt schon Lisas Stimme: „Nichts passiert! Alles gut! Komm beeil dich!“, hallt es aus dem Treppenhaus heraus. Freudig jagen die beiden Weihnachtsretter gemeinsam die Treppen hoch. Oben angekommen, sehen sie ein verwundertes Trudchen in der Tür stehen. „Was macht ihr denn hier?“ fragt die alte Frau verblüfft.

Trudchen mit Gehstock - Autor: Jens Pätz - schlummerienchen.de

„Ich habe dich alleine in der Küche sitzen sehen“, schießt Lisa direkt los. „Und Niemand der Besuch hat, löffelt zu Weihnachten ein Suppe im Dunkeln!“ „Ja das stimmt“, antwortet Trudchen bedrückt. „Dir entgeht auch wirklich gar nichts! Mein Sohn konnte doch nicht kommen. Weißt du, meine Kleine, er hat einfach zu viel zu tun. So ist das manchmal im Leben. Aber ich hoffe, dass er es irgendwann mal schafft. Deshalb backe ich immer seine Lieblingsplätzchen. Naja, aber davon geht die Welt auch nicht unter.“

Trudchens Worte klingen zwar tapfer, aber Lisa kann sie nichts vor machen. „Ja, so ist das leider mit den Superhelden!“, sagt sie und nimmt Trudchen an die Hand. „Aber weißt du was? Als angehende Detektivin kann ich dir sagen, einer mehr oder weniger - bei uns zu Weihnachten – macht den Kohl auch nicht fett!“

Als Lisa Trudchens Sprichwort verwendet ist die alte Dame sehr gerührt. Mit einem Schmunzeln hebt sie ihre Brille an und reibt sich die Augen. „Also, wenn das eine Einladung ist, dann komme ich sehr gerne zu euch!“, antwortet sie.

Genau das wollte Lisa hören! „Und ob das eine Einladung ist!“, ruft sie frech. „Jetzt aber hopp. Wir müssen noch feiern, essen und Geschenke auspacken.“ Wie Trudchen in Lisas strahlendes Gesicht schaut, ist ihr Kummer fort. „Ach, du kleiner Weihnachtsengel! Da haben wir ja wirklich noch viel zu tun!“, antwortet sie erstaunt und macht hinter ihrer Brille plötzlich große Augen. „Oh je, oh je! Und dazu kommt auch noch das Plätzchen knabbern! Ich habe doch die halbe Nacht gebacken.“, sagt sie mit erschrockenem Blick. „Da müssen wir uns jetzt aber noch mehr beeilen!“

Kaum hatte Trudchen das ausgesprochen, klatscht Lisa in die Hände: „Na das wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schaffen!“ ruft sie und grinst bis über beide Ohren.

Und so wurde es doch noch eine wunderschöne Weihnacht. Alle haben sich recht ordentlich beeilt und sind mittlerweile bei Plätzchen und Apfel-Zimt-Tee angekommen. Und auch wenn es draußen immer noch ein wenig ungemütlich ist – drinnen ist es dafür umso gemütlicher!

In diesem Sinne wünsche ich euch Allen eine wundervolle Weihnachtszeit…

Autor: Jens Pätz

Diese Geschichten könnten Dich auch interessieren