Platsch der kleine Pinguin

Das Weihnachtsabenteuer

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Platsch der kleine Pinguin mit Mütze und Schal und seinem Freund Rutsch und der kleinen Eisbärin Aurora vor einem Iglo - Cover aus der Weihnachtsgeschichte für Kinder: Platsch der kleine Pinguin - Das Weihnachtsabenteuer von Jens Pätz auf schlummerienchen.de

Heute ist der Tag vor Heiligabend und Platsch der kleine Pinguin freut sich schon riesig. Er ist schon ganz aufgeregt, was er wohl geschenkt bekommt? Vielleicht den neuen Blitz und Donner Schleuderschlitten 2000? Nein, der wird wahrscheinlich zu teuer sein. Es gibt bestimmt wieder viele kleine Geschenke – doch die Hoffnung stirbt zuletzt, denkt sich Platsch und reibt sich die Flügel.

Zugegeben, Platsch ist ein seltsamer Name. Vielleicht kommt er daher, dass Platsch am liebsten über das Eis schlittert bis er ins Wasser platscht. So würde sich auch die Frage erübrigen, warum sein bester Kumpel Ritsch heißt. Denn Ritsch schafft es beim Schlittern nie bis ins Wasser. Er bleibt immer mit einem lauten „Ritsch“ auf halber Strecke auf dem Eis liegen.

Aber egal! Jetzt ist Platsch erst mal mit Ritsch zum Eisschlittern verabredet. Er ist schon auf dem Weg zum großen Wasserloch. Dort gibt es nämlich die beste Eisbahn am ganzen Südpol.

Ritsch war wohl zuerst da. Denn als Platsch ankommt, liegt sein Kumpel bereits auf halber Strecke vor dem Wasserloch. „Du hast ja ohne mich angefangen!“, ruft Platsch und gibt Vollgas. Mit vollem – Karacho – schießt Platsch an Ritsch vorbei. Der kleine Pinguin rutscht über einen kleinen Hügel und wird in die Luft katapultiert. Ein paar Mal dreht er sich im Flug und jauchzt vor Freude, als er plötzlich etwas aus dem Augenwinkel sieht. Vor Schreck verliert er seine Balance und rudert wie wild mit den Flügeln in der Luft herum. Es sieht so aus, als ob er versuchen würde zu fliegen. Ein herrliches Bild – findet auch Ritsch und haut sich vor Lachen direkt weg.

Noch während Platsch Ritsch lachen hört, landet er mit Schwung in einem riesigen Schneehügel. Schneeflocken werden aufgewirbelt, sodass man nichts mehr sieht. Als sich die Flocken wieder legen, ist nur noch ein Loch im Schneeberg zu sehen. Doch schon im nächsten Moment schießt Platsch, wie eine Rakete, aus dem Schneehügel empor. Mit einem Satz rutscht er den Hügel hinunter, schüttelt sich ordentlich ab und watschelt hektisch zu seinem Freund.

Auf der anderen Seite des Wasserlochs hat er ein Tier gesehen, das er vorher noch nie gesehen hat. „Komm mit, ich muss dir was zeigen“, sagt Platsch hektisch und zieht Ritsch hinter sich her. Oben auf dem Hügel angekommen, sieht auch Ritsch das weiße Tier. Sofort geht er in Deckung. „Ist das ein Eisbär?“, stammelt er. Platsch schaut ihn fragend an: „Eisbär? Was ist das denn?“

Ritsch erzählt ihm, dass sein Papa ihm von großen und starken weißen Bären erzählt hat, die es aber zum Glück nicht am Südpol gibt. Die leben nur am Nordpol. Platsch kratzt sich am Kopf. „Groß und stark? So sieht der mir aber nicht aus.“

Während Platsch noch überlegt, haut Ritsch ihm mehrfach panisch auf den Fuß. „Willst du dich nicht verstecken? Eisbären sind gefährlich. Vielleicht fressen die uns sogar!“ Aber Platsch ist sich da noch nicht so sicher. „Also, ich weiß nicht“, sagt er, „Fressen? Guck ihn dir doch mal an! Der kleine Bär weint!“ Ritsch späht vorsichtig über den Hügel. Dann versteckt er sich sofort wieder. „Oh ja, stimmt. Der weint“, sagt er nervös, „Aber vielleicht weint er ja nur weil er Hunger hat. Hunger auf Pinguin!“ Im nächsten Moment haut sich Ritsch beide Flügel vors Gesicht: „Oh man, dass wird’s sein! Wir müssen unbedingt hier weg!“ Kaum ausgesprochen rutscht er auch schon blitzgeschwind den Schneeberg hinunter und watschelt so schnell er kann davon.

Platsch schaut ihm nach. „So eine Zittermurmel“, denkt er sich, „Ist der denn überhaupt nicht neugierig? Ach was soll’s. Dann gehe ich dem Ganzen eben alleine auf den Grund!“ Gesagt, getan – langsam tastet sich Platsch tapfer an den Bären heran, bis nur noch einige wenige Eisschollen zwischen ihm und dem vermeintlichen Ungeheuer sind. Vorsichtig beginnt er mit den Flügeln zu winken. „Hey!“, ruft er leise, „Huhu! Hörst du mich?“ Da horcht der kleine Bär plötzlich auf und schaut Platsch direkt an. Damit hat der kleine Pinguin nicht gerechnet. Er erschreckt sich und kommt ins Rutschen. Seine Füße zappeln nach vorne weg und mit seinen Flügeln macht er hastige Bewegungen. Zum Schluss zieht er noch ein lustiges, erschrockenes Gesicht und macht dann seinem Namen alle Ehre. Mit Schwung platscht er ins Wasserloch. Außer einer großen Wasserfontäne ist nichts mehr von ihm zu sehen. Der kleine Eisbär kann nicht mehr vor Lachen. Gerade noch geweint, schießen ihm nun die Freudentränen aus dem quickenden Bärengesicht.

Kleine Eisbärin Aurora lacht aus der Weihnachtsgeschichte für Kinder: Platsch der kleine Pinguin - Das Weihnachtsabenteur von Jens Pätz auf schlummerienchen.de

Im Wasser tauchen nach und nach ein paar Blubber-Bläschen auf. Kurz darauf folgen zwei Augen. Weiter traut sich Platsch noch nicht heraus. Dann sieht er aber, wie der Bär lacht und ist empört. Er streckt seinen Kopf aus dem Wasser und fängt an zu meckern: „Ha ha, ja schon klar, sehr witzig. Lach den armen Platsch aus, weil er ins Wasser gefallen ist.“

Während Platsch sich noch ärgert, hört der Bär auf zu lachen und wischt sich die Tränen weg. „Das ist dein Name? Platsch? So wie wenn etwas ins Wasser fällt?“, fragt er etwas ungläubig. Platsch robbt an Land. „Ja!“, antwortet er genervt, „So wie wenn etwas ins Wasser fällt!“ Der Bär schmunzelt: „Du meinst, so wie wenn du ins Wasser fällst?“, und muss wieder kräftig lachen. Platsch steht wie ein begossener Pudel vor dem kleinen Bären. Dann muss er selbst lachen.

„Entschuldige!“, sagt der Bär, als er sich etwas beruhigt hat,  „Ich fand das nur so lustig, weil du so …“, der kleine Bär macht eine Bewegung mit dem Arm, als wenn etwas hinunter fällt, „… und dann so …“, jetzt bewegt der Bär beide Arme nach oben, als ob Wasser spritzt, „… und dann …“ Noch bevor der Bär seinen Satz beenden kann, muss er wieder lachen und auch Platsch hat schon Tränen in den Augen. „Ich bin Aurora! Schön dich kennen zu lernen Platsch!“, sagt der Bär mitten im Lachen.

„Na nu?“, denkt Platsch und wundert sich. „Aurora? Was ist denn das für ein komischer Name? Bist du etwa ein Mädchen?“ Kaum ausgesprochen, hört Aurora plötzlich auf zu lachen. „Ja, bin ich! Wieso? Redest du sonst nur mit Jungs oder was?“, antwortet sie etwas verärgert.  „Nein, nein.“, erwidert Platsch schnell und wedelt mit den Flügeln, „Ich dachte nur, ich dachte weil … Puh, du bist so groß!“

Aurora schmunzelt und schüttelt den Kopf. „Ich bin doch nicht groß! Meine Mama ist viel, viel größer.“ Da muss Platsch an Ritsch‘s Worte denken, dass Eisbären vielleicht Pinguine fressen. Der kleine Pinguin schluckt. Doch dann fängt Aurora wieder an zu weinen und Platsch wirft seine Bedenken über Bord.

„Was ist denn los?“, fragt er fürsorglich. Aurora schnieft: „Ich habe meine Mutter verloren und weiß nicht mehr wo sie ist. Wir haben gerade noch gespielt und plötzlich war sie weg!“ Platsch überlegt. „Das ist aber komisch. Wie geht denn sowas? Wenn deine Mutter so groß ist, wie du sagst, kann die doch nicht einfach verschwinden. Obwohl…“

Platsch pausiert seine Ansprache und tippt mit einem Flügel nachdenklich auf seinen Schnabel. Aurora schaut ihn fragend an: „Obwohl was?“, fragt sie neugierig. „Obwohl“, fährt Platsch fort, „du ja eigentlich auch nicht hier sein dürftest.“ Die kleine Eisbärin ist verwirrt: „Wieso dürfte ich nicht hier sein?“ Platsch erklärt ihr was Ritsch ihm erzählt hatte, nämlich, dass sie am Südpol sind und Eisbären nur am Nordpol leben. „Aber ich bin doch ein Eisbär.“ antwortet Aurora verwirrt. „Bist du dir da sicher?“, fragt Platsch.“ „Natürlich bin ich mir da sicher!“, antwortet Aurora. Da reißt Platsch die Flügel hoch und ruft: „Schon gut! Schon gut! Ich frag ja nur. Dann lass uns mal überlegen!“

Platsch watschelt auf und ab. Die Flügel hinter dem Rücken verschränkt, watschelt er immer wieder an Aurora vorbei. Da fragt Aurora plötzlich: „Sag mal, was bist du eigentlich?“ Platsch bleibt stehen. „Wie, was bin ich eigentlich?“, entgegnet er der kleinen Bärin. „Naja“, sagt Aurora, „Ich bin ein Eisbär. Aber was bist du?“ Platsch haut sich einen Flügel vor die Stirn. „Ach man, klar, stimmt ja. Wenn ich keine Eisbären kenne, kennst du ja auch keine Pinguine. Wie denn auch, Pinguine gibt’s ja nur hier am Südpol.“ Dann schüttelt er seinen Kopf. „Und ich dachte du frisst mich vielleicht.“, lacht er, „Ist ja Quatsch! Du kennst ja gar keine Pinguine!“

Aurora legt ihren Bärenkopf schief: „Du dachtest ich fresse dich?“, fragt sie. Dann stellt sie sich auf die Hinterpfoten und streckt die Vorderarme in die Luft. „Uaahhh!“, raunt sie bedrohlich und stapft dabei langsam auf Platsch zu, „Ich fresse dich jetzt!“

Kleine Eisbärin Aurora mit den Tatzen in der Luft wie ein Zombie aus der Weihnachtsgeschichte für Kinder: Platsch der kleine Pinguin - Das Weihnachtsabenteur von Jens Pätz auf schlummerienchen.de

Auch wenn das von Aurora nur ein Spaß ist, bekommt es Platsch mit der Angst zu tun. Erschrocken springt er nach hinten und landet auf einer Eisscholle. Der Sprung hat ihm Schwung mitgegeben und die Eisscholle nimmt Fahrt auf, aus dem Wasserloch in Richtung Meer. Mit den Flügeln zappelnd versucht er das Gleichgewicht zu halten. Der kleine Pinguin ist so in Panik, dass er vergisst, dass er ein Pinguin ist und einfach ins Wasser springen könnte. Hinter dem Wasserloch nimmt das Wasser an Strömung zu und treibt die Eisscholle immer weiter.

Jetzt gerät auch Aurora in Panik. „Oh nein, was habe ich da dummes getan?“, denkt sie. „Platsch, spring doch!“ ruft sie, während sie versucht Platsch einzuholen. Sie läuft auf dem Eis nebenher und im nächsten Moment stößt die Eisscholle gegen eine zweite Eisscholle. Platsch verliert das Gleichgewicht und fällt ins Wasser. Aurora hechtet mit einem riesen Satz hinterher. Unter Wasser schnappt sie den kleinen Pinguin mit ihrem großen Bärenmaul und zieht ihn an Land. „Hey, Platsch!“, ruft sie erschöpft und stupst ihn immer wieder an, „Wach auf, du Pinguin!“ Als Platsch sich immer noch nicht regt, drückt Aurora mit ihrer Bärenpranke auf seine Brust. Genau in diesem Moment erwacht Platsch und prustet Wasser. Aurora ist erleichtert. Aber als Platsch die Augen öffnet, sieht er das riesige Bärenmaul vor seinem Gesicht und die große Pranke auf seiner Brust. Der kleine Pinguin schlägt seine Flügel vor dem Gesicht zusammen und ruft: „Nein, bitte, friss mich nicht!“

Schnell weicht Aurora zurück. „Aber nein!“, ruft sie, „Das war doch nur Spaß!“ Da blinzelt Platsch durch seine Flügel hindurch. Aurora schaut ihn freundlich an. Jetzt kommt sich Platsch ziemlich dumm vor, aber er lässt sich nichts anmerken. Geschwind springt er auf. „Ja, klar!“, sagt er, „Weiß ich doch! Ich habe doch auch nur Spaß gemacht!“ Aurora schaut ihn fragend an. „Wirklich? Weil, ich habe ganz schön Angst gehabt um dich!“, sagt sie. „Na klar!“, antwortet Platsch und grinst, „Reingelegt! Jetzt sind wir Quitt!“ Aurora weiß nicht so recht, ob sie Platsch glauben soll, aber sie ist erleichtert, dass es dem kleinen Pinguin gut geht. Und auch Platsch ist erleichtert, dass er nicht gefressen wird und Aurora ihm seine kleine Notlüge abgekauft hat.

Beide sitzen nun nass und erschöpft in Schnee. Der Wind wird immer kräftiger und es ist schon ganz schön spät geworden. Aurora zittert ein wenig. „Sag mal, ist dir kalt?“, fragt Platsch und Aurora nickt. „Ein bisschen schon“, antwortet sie, „Wieso?“ „Nichts, nur so“, antwortet Platsch, „Und du bist dir wirklich sicher, dass du ein Eisbär bist?“ Aurora versteht die Frage nicht: „Natürlich! Was soll denn diese Frage immer?“ Platsch räuspert sich: „Naja, weil Eisbären angeblich nicht frieren.“ Ja, da war er wieder – der neunmalkluge Platsch. Aurora überlegt. „Frieren denn Pinguine?“, fragt sie dann zurück und Platsch schüttelt direkt den Kopf. „Nein, Pinguine frieren doch nicht“, antwortet er. „Und warum hattest du dann vorhin Schal und Mütze auf?“, fragt Aurora. Der kleine Pinguin kratzt sich am Kopf. Dann gibt er schließlich zu: „Ja ok, das ist ein Argument. Dann wäre das wohl geklärt. Eisbären und Pinguine können auch mal frieren“, lacht er. Aurora schmunzelt, wird aber dann wieder ernst: „Das löst aber nicht das Problem - mit meiner verschwundenen Mama“, sagt sie traurig.

Da verschränkt Platsch wieder seine Arme hinter dem Rücken: „Dann lass uns mal überlegen“, sagt er, und beginnt wieder auf und ab zu watscheln. Ab und zu bleibt er plötzlich stehen, reißt den Kopf hoch, streckt einen Flügel in die Luft und ruft: „Aha.“ Als hätte er eine Antwort gefunden. Aber kurz darauf lässt er die Schultern wieder hängen, senkt den Kopf wieder ab und watschelt weiter.

Bei jedem „Aha“ hofft Aurora auf eine Lösung. Mit großen Augen wartet sie neugierig auf den Geistesblitz. Doch jedes Mal, wenn Platsch dann doch wieder weiter watschelt, lässt auch sie wieder die Schultern hängen und ist wieder betrübt. Beim fünften „Aha“ reicht es Aurora. „Jetzt hör doch mal auf! Jedes Mal denke ich du hast die Lösung. Das hält doch keiner aus!“, ruft sie stinkig.

Platsch bleibt stehen und atmet tief durch. „Ok. Wir könnten deine Fußspuren zurück verfolgen.“ Aurora schaut sich um und guckt in den Schnee. Der Wind weht fortwährend Schneeflocken über den Boden, sodass sogar schon Platsch seine Watschel-Abdrücke wieder zugeschneit sind. Dann guckt sie Platsch an, ohne eine Miene zu verziehen. Platsch steht mit offenem Schnabel vor Aurora und räuspert sich: „Ähm ja. Ok. Verstehe. Blöde Idee!“

Dann ruft er: „Ich hab‘s. Aus welcher Richtung bist du denn gekommen?“ Wieder schaut sich Aurora um. Nach links, rechts, vorne und hinten. Aber alles sieht gleich aus. Dann guckt sie wieder Platsch an, ohne eine Miene zu verziehen. Platsch steht wieder mit offenem Schnabel vor Aurora und räuspert sich: „Ähm ja. Ok, neuer Plan.

Wir warten hier, bis deine Mutter uns findet.“ Aurora guckt Platsch entgeistert an: „Das ist ja ein furchtbarer Plan.“, sagt sie. „Wieso?“, fragt Platsch, „Eltern sind viel besser darin ihre Kinder zu finden, als andersherum. Meine Mama sagt immer, wenn ich mich verlaufen habe, dann soll ich an derselben Stelle stehen bleiben wo ich bin, bis sie mich findet. Du hast dich doch verlaufen, oder?“ Aurora überlegt kurz, dann stimmt sie dem Plan zu.

Die beiden sitzen nun schon eine ganze Weile im Schnee und warten. Mittlerweile ist es dunkel geworden und Aurora und Platsch schauen sich das Funkeln der Sterne an. „Schau mal“, sagt Platsch und zeigt in den Himmel, „Das da sieht aus wie ein Fisch“ Aurora lächelt: „Stimmt“, antwortet sie gerade, da fliegt plötzlich eine Sternschnuppe den Himmel entlang. „Wow, schau mal!“, ruft Platsch begeistert, „Eine Sternschnuppe. Wir können uns was wünschen!“ Doch als er in Aurora‘s Gesicht schaut, sieht sie nicht so begeistert aus. „Das ist wirklich schön“, seufzt Aurora, „Aber ich wünsche mir nur, dass meine Mama mich bald findet! Ich werde sie bestimmt nie wiedersehen“, und eine Träne kullert ihr über die Wange. Da springt Platsch auf: „Oh doch, das wirst du! Dafür werde ich sorgen! Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!“, ruft er entschlossen, „Jetzt reicht’s! Bis deine Mama uns hier findet ist Weihnachten vorbei! Ich werde dich nach Hause bringen, komm! Wir finden einen Weg! Wir müssen einfach nur…“

Mitten im Satz hört Platsch auf zu sprechen. Denn plötzlich beginnt es vor den Beiden zu leuchten. Ein grelles Licht schwebt vor Ihnen und wird immer größer. Es funkelt wie ein Stern. Platsch ist verwirrt. Ist die Sternschnuppe etwa vom Himmel gefallen? Je größer das Licht wird, desto Wärmer wird es auch. Die beiden halten sich Flügel und Pfote vor die Augen und dann ist plötzlich eine wunderschöne Melodie zu hören.

Platsch versucht in dem grellen Licht etwas zu erkennen. „Was zum blubbernden Eisloch ist das denn?“, fragt er gerade, als ein tiefes und hallendes „Ho, ho, ho!“ durch die abendliche Luft erklingt. Aus dem Licht tritt doch tatsächlich der Weihnachtsmann hervor. „Ach hier bist du!“, sagt er mit tiefer Stimme und schaut Aurora durch seine Weihnachtsmannbrille an. „Meine kleine Aurora. Das tut mir wirklich leid! Meine Weihnachtselfen haben ein paar große Weihnachtslichttüren gebaut, damit ich schneller bei den Kindern sein kann. Wir nennen sie Geschenkpassagen. Du bist irgendwie durch eine dieser Passagen gelaufen, ohne es zu merken. Und Schwups warst du hier. Deine Mama vermisst dich schon ganz doll. Gut das du an einer Stelle gewartet hast; sonst hätte ich dich nicht so schnell gefunden!“ Dann schaut der Weihnachtsmann über seine Brillengläser den kleinen Platsch an. Sein Rauschebart weitet sich mit einem sanften Lächeln. „Aber wie ich sehe, bist du ja in guter Gesellschaft gewesen. Da hat sich der kleine Platsch sein Wunschgeschenk dieses Jahr aber wahrlich verdient! Danke mein kleiner Freund.“ Platsch steht mit offenem Schnabel vor dem Weihnachtsmann und kann es nicht glauben.

Aurora ist überglücklich. Sie drückt Platsch nochmal zum Abschied, der übrigens immer noch still und starr dasteht, und schon geht sie mit dem Weihnachtsmann durch das grelle Licht. Und auch der Weihnachtsmann winkt nochmal und ruft: „Danke meine kleiner Freund und frohe Weihnachten! Ho, ho, ho!“ Dann wird das Licht immer kleiner, bis es ganz verschwunden ist.

Platsch steht immer noch wie angewurzelt unter dem Sternenhimmel. Langsam kann er wieder sprechen und murmelt: „Mach’s gut Aurora. Mach’s gut Weihnachtsmann. Oh je, das wird mir Ritsch niemals glauben!“ Dann huscht ihm ein breites Grinsen übers Gesicht: „Aber der Blitz und Donner Schleuderschlitten 2000 wird mir gehören!“, jauchzt er und springt vor Freude in die Luft, „Juhu!“

Autor: Jens Pätz

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