Papa der Zuviel-Brummbär

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Gute Nacht Geschichte - Papa der Zuviel-Brummbär - Teddybär isst Torte

Leandra baut gerade in ihrem Kinderzimmer ihre Kuscheltiere auf dem Bett auf. Bis vor ein paar Minuten war sie noch Gastgeberin einer glamourösen Geburtstagsparty. Denn ihr Teddybär ist ein Jahr alt geworden. Sie hatte sich extra ihr Diadem aufgesetzt und servierte den Tee wie eine Prinzessin.

Nachdem aber ihr unverschämter Plüsch-Bär die ganze Torte alleine aufgefressen hatte, beschloss Leandra die Party zu beenden. Sie schimpfte noch kurz mit dem Bären und entschuldigte sich bei Froschi dem Frosch und Schildi der Schildkröte.

Gerade als Leandra alle Kuscheltiere auf ihrem Bettchen platziert hat, kommt ihre Mama ins Zimmer. „Na meine kleine Prinzessin, spielst du gerade mit deinen Kuscheltieren?“ Leandra schüttelt den Kopf. „Jetzt nicht mehr.“ sagt sie. „Der unverschämte Brummbär hat die ganze Torte alleine gefressen. Froschi und Schildi haben keinen einzigen Krümel abbekommen. Jetzt ist die Party vorbei. Das hat er nun davon!“

Die Mama streichelt Leandra über den Kopf. „Na, dein unverschämter Kuschelbär ist ja fast so gefräßig wie Papa.“ Lacht sie. „Aber das passt sich gut. Der Papa ist nämlich gerade nach Hause gekommen und hat einen Mordshunger. Geh dir mal schnell die Hände waschen, dass wir essen können.“

Als Leandra aus dem Badezimmer kommt sitzen Mama und Papa schon am Tisch. Papa hat schon die erste Scheibe Brot auf dem Teller. Leandra stemmt ihre kleinen Ärmchen in die Hüfte und meckert: „Böser Papa. Man wartet bis alle am Tisch sitzen.“ Dann wedelt sie mit ihrem Zeigefinger, geht zu ihrem Platz und setzt sich hin. „Du bist ja genauso gefräßig wie mein Kuschelbär.“

Die Mama muss grinsen. „Und nicht nur das.“ Sagt die Mama und zieht eine Schnute. Dann sagt sie mit tiefer Stimme: „Der Papa ist heute auch brummiger als sonst. Ein richtiger Brummbär.“ Und streichelt dem Papa mit der Hand über die Wange.

Da lacht Leandra los: „Jetzt hab ich’s. Papa ist der Zuviel-Brummbär!“ Wie Leandra’s Mama das hört, muss sie auch lachen. Der Papa guckt Leandra fragend an: „Ich bin der was?“ fragt er dann. „Na na Papa, mit vollem Mund spricht man nicht.“ Wedelt Leandra wieder mit dem Zeigefinger. „Du bist der Zuviel-Brummbär. Kennst du den nicht?“

Die Mama kann sich vor Lachen kaum noch halten und der Papa hört jetzt auf zu essen. „Was ist denn nun los?“ fragt er. Aber die Mama kriegt noch nicht genug Luft um zu antworten. Mit der Hand vor dem Mund wedelnd schnappt sie nach Luft. „Entschuldige Schatz, aber das ist wirklich lustig. Ich stell mir dich gerade als den Zuviel-Brummbären vor.“

Gute Nacht Geschichte - Papa der Zuviel-Brummbär - Papa der Zuviel-Brummbär mit Tochter Leandra

Nach ein paar Minuten hat die Mama vom Lachen Tränen in den Augen. Aber sie hat sich beruhigt und kann wieder sprechen: „Das ist eine Kindergeschichte.“ Leandra fängt sofort an zu erzählen: „Das ist ein Bär in einem Wald und der brummt und der macht das oft und…“

Leandra’s Mama unterbricht sie. „Du, so schnell kommt der Papa gar nicht mit. Soll ich die Geschichte vielleicht erzählen mein Schatz?“ Leandra nickt und rutscht ganz aufgeregt auf ihrem Platz hin und her. Die Mama kann sich das Lachen gerade so verkneifen und fängt an, die Geschichte zu erzählen.

… Es war einmal ein Bär, der lebte in einem Wald. Da dieser Bär zwei Mal so viel brummte wie alle anderen Bären, nannten ihn alle nicht Brummbär, sondern Brummbrummbär. Eines Tages hatte der Brummbrummbär Lust spazieren zu gehen. So ging er immer tiefer in den Wald. Da traf er auf einen anderen Bären.

„Wer bist du denn?“ fragte der andere Bär. „Ich bin der Brummbrummbär. Weil ich zwei Mal so viel brumme wie andere Bären.“ Sagte der Brummbrummbär. „Und wer bist du?“

„Ich bin der Brummbrummbrummbär.“ Antwortete der andere Bär. „Weil ich drei Mal so viel brumme wie andere Bären. Und so gingen die beiden zusammen weiter.

Da trafen sie auf noch einen Bären. „Willst du den Bären nicht fragen wie er heißt?“ fragte der Brummbrummbär den Brummbrummbrummbären. Und der Brummbrummbrummbär fragte den anderen Bären wie er heißt.

„Ich bin der Brummbrummbrummbrummbär. Weil ich vier Mal so viel brumme wie andere Bären.“ Antwortete der andere Bär und schloss sich dem Brummbrummbär und dem Brummbrummbrummbären an. So gingen sie zu dritt weiter.

„Da trafen sie auf noch einen Bären. Willst du ihn nicht fragen wie er heißt?“ fragte der Brummbrummbär den Brummbrummbrummbären. Der Brummbrummbrummbär schüttelte den Kopf und fragte den Brummbrummbrummbrummbären, ob er nicht fragen wolle, wie der andere Bär heißt. Also fragte der Brummbrummbrummbrummbär den anderen Bären nach seinem Namen.

„Ich bin der Brummbrummbrummbrummbrummbär. Weil ich fünf Mal so viel brumme wie andere Bären.“ Sagte der andere Bär. Dann schaute er traurig auf den Boden und sagte: „Aber mein Name ist so lang, dass ihn sich keiner merken kann.“

Da schüttelte der Brummbrummbrummbrummbär den Kopf: „Ja, das stimmt. Der Name ist wirklich zu lang. Das geht nicht.“ Und der Brummbrummbrummbär sagte: „Da ist zu viel Brumm drin.“ Und der Brummbrummbär ergänzte: „Ja, das ist zu viel Brummbär.“ Dann überlegte er kurz. „Ich hab’s!“ rief er. „Du bist ab heute einfach der Zuviel-Brummbär.“

Und so gingen der Brummbrummbär, der Brummbrummbrummbär, der Brummbrummbrummbrummbär und der Zuviel-Brummbär zusammen weiter. Sie gingen aber nicht noch tiefer in den Wald. Denn wer weiß, was für brummige Bären sie da noch gefunden hätten.

Leandra klatscht in die Hände. „Prima Mama! Siehst du Papa? Du bist der Zuviel-Brummbär!“ Und dieses Mal müssen alle lachen. Auch Leandra’s Papa: „Oh je.“ Sagt Leandra’s Papa. „Ich bin wirklich oft ein Zuviel-Brummbär, nicht wahr?“ „Ja.“ lacht Leandra. „Aber wir haben dich trotzdem lieb. Stimmt’s Mama?“ Und die Mama lacht und sagt mit tiefer Stimme: „Natürlich lieben wir unseren  Zuviel-Brummbären.“ 

Jetzt können alle nochmal herzhaft lachen, bevor Leandra fix ins Bettchen muss. Aber sie muss nicht alleine einschlafen. Denn Papa der Zuviel-Brummbär liest ihr noch eine Gute Nacht Geschichte vor. Leandra kuschelt sich tief in seine Arme, hört noch ein bisschen zu und ehe sie sich versieht, ist sie auch schon eingeschlafen.

Autor: Jens Pätz

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