Luis neuer Teddybär

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Himmel fliegendes Kind Cartoon - Gute Nacht Geschichte Luis neuer Teddybär Cover - Autor: Jens Pätz - schlummerienchen.de

Luis wurde gerade von seinen Eltern ins Bett gebracht. Sein Papa hat ihm eine Geschichte vorgelesen, Mama hat ein Lied gesungen und dann gab es noch zwei Küsschen. Hach herrlich, denkt sich Luis und kuschelt sich nochmal so richtig in sein Bettchen rein. Im Arm hält er seinen neuen Teddybären. Den hat er heute ganz frisch von Oma geschenkt bekommen. Luis drückt seinen neuen Stoffbären ganz fest und wuschelt mit der Nase durch sein weiches Fell. Dann lässt er wieder locker und streicht mit seiner Wange über sein Kopfkissen. Dabei atmet er tief ein. Es duftet herrlich nach frisch gewaschener Wäsche. Mmm, denkt sich Luis beim Ausatmen, wenn das nicht zum Träumen einlädt! Jetzt noch ein Küsschen aufs Bärenköpfchen und es kann endgültig geschlafen werden.

Hey, aber was ist das? Wo ist denn der Teddy auf einmal hin? Er war doch gerade noch in seinem Arm. Da hört Luis plötzlich eine tiefe Stimme: „Pssst! Nicht erschrecken!“ Aber das ist einfacher gesagt als getan. Natürlich erschreckt sich Luis: „Was? Wer ist da?“ fragt er aufgeregt. Die tiefe Stimme antwortet prompt: „Na ich bin’s. Dein Teddy!“ Jetzt sieht Luis die dunklen Umrisse seines Teddys, der auf dem Bett sitzt und winkt. Er kann es nicht glauben und reibt sich die Augen. „Häh? Aber was…? Du kannst ja sprechen.“ Sagt Luis und schaut seinen Teddy erstaunt an. „Ich kann auch tanzen.“ Antwortet der kleine Stoffbär und fängt an lustige Bewegungen auf der Bettdecke zu machen. „Siehst du?“ grinst er, während er seinen Bären-Po hoch in die Luft hält und damit wackelt.

Bei diesem Anblick muss Luis lachen. Erschrocken schaut der Bär schnell zur Zimmertür. „Psst.“ Sagt er dann erneut. „Du musst leise sein, sonst hören uns deine Eltern.“ Luis versucht, sich das Lachen zu verkneifen, doch das funktioniert nicht. Der wackelnde Bären-Po hat seine Wirkung nicht verfehlt. Also hält Luis seine Hände vor den Mund, um das Lachen zu dämpfen. Dann versucht er durch die Hände zu sprechen, aber es kommen nur komische Geräusche heraus: „Wm o ann mu ahen?“ Der Teddy ist sich sicher, dass das eine Frage sein sollte, aber er versteht Luis natürlich - mit den Händen vor dem Mund - nicht. „Was?“ fragt er und muss jetzt selber lachen. Da hält auch er schnell die Pfoten vor den Mund. „Wm? Fragt er. Doch jetzt versteht Luis ihn nicht. „Wm? Fragt Luis. Da schüttelt der Teddy den Kopf und nimmt die Pfoten vor dem Mund weg. „Wir müssen die Hände wegnehmen, sonst verstehen wir uns nicht.“ Flüstert er mit einem Lächeln. Da nimmt auch Luis die Hände vom Mund und grinst. „Mensch logisch! Wieso kannst du laufen?“ Der Teddy stemmt seine Arme in die Hüfte: „Na, das ist alles was dich interessiert? Wirklich?“ fragt er Luis. Dann winkt er mit seiner Teddy-Pfote ab: „Ach, das ist doch egal, oder? Komm, lass uns lieber fliegen!“ sagt er und breitet seine Teddy-Arme wie Flügel aus.

Luis ist verblüfft. „Was? Fliegen?“ fragt er verdutzt, während der Teddy schon wieder am Tanzen ist. Der Spielzeugbär schüttelt seine Hüfte und flüstert mit Begeisterung. „Ja, fliegen. Lass uns Spaß haben!“ Und ehe sich Luis versieht, schnappt sein Teddy seine Hand und sie fliegen durchs Fenster hinaus in den Nachthimmel. Erst ist Luis etwas ängstlich, aber dann sieht er die funkelnden Sterne und spürt die warme Sommerluft im Gesicht. „Das ist ja super!“ ruft er. „Ja, oder?“ ruft sein Teddy lachend zurück und zeigt nach unten: „Man glaubt kaum, dass die kleinen Lichter da unten Häuser sind.“

Da schaut auch Luis nach unten und zuckt zusammen. Erst jetzt wird ihm bewusst, wie hoch sie fliegen. Aber sein Teddy beruhigt ihn: „Ach, sei doch kein Hasenfuß. Du fliegst! Du kannst nicht runterfallen!“ Luis überlegt. „Du hast recht! Ich fliege!“ ruft er dann und fängt an zu johlen: „Juhuuu!“ Dabei dreht er sich so schnell er kann und gleitet durch ein paar Wolken. Hinter sich hört er das tiefe Lachen seines Teddybären: „Hohaha Hui!“

Luis und sein Teddy fliegen immer schneller. Die Wolken sausen nur so an ihnen vorbei. Das Kribbeln in Luis Bauch wird immer größer und sein Lachen immer lauter. Bis er plötzlich durchgerüttelt wird. „Was ist das? Teddy was ist los?“ ruft er aufgeregt. Doch der Teddy ist nicht mehr hinter ihm. Er hört komische Laute. Als ob jemand reden würde. Aber es hallt zu sehr, um etwas zu verstehen. Es hört sich an, als ob er unter Wasser wäre und jemand mit ihm sprechen würde. Dann wird die Stimme klarer. „Aufwachen Schatz. Frühstück steht schon auf dem Tisch.“ Luis schreckt in seinem Bett hoch und reißt verschlafen die Augen auf. „Was? Wo?“ murmelt er müde und hält den Arm vor sein Gesicht, weil das Licht blendet.

Als sich seine Augen etwas an die Helligkeit gewöhnt haben, sieht er seine Mama, die vor seinem Bett steht und bereits die Bettdecke anhebt. „Na, hast du was Schönes geträumt?“ fragt sie. Luis reibt sich die Augen und nickt. „Ja, hab ich. Und du hast mich geweckt.“ Sagt er eingeschnappt. Dann tastet er plötzlich hastig sein Bett ab. „Wo ist mein neuer Teddy?“ fragt er erschrocken. Seine Mama streicht ihm über den Kopf. „Der war auf den Boden gefallen mein Spatz. Schau, ich habe ihn da drüben zu deinen Spielsachen gesetzt.“ Luis guckt zu seinen Spielsachen hinüber. Tatsächlich, da sitzt sein neuer Teddy als hätte er nie etwas anderes gemacht. Schade nur ein Traum, denkt Luis und zieht eine Schnute.

Als Luis Mama die Schnute sieht, hakt sie nach: „Wovon hast du denn geträumt?“ fragt sie neugierig. Da ist Luis mit einem Mal hellwach und vollauf begeistert: „Ich bin geflogen!“ erzählt er aufgeregt. „Durch Wolken und vorbei an Sternen.“ Dann breitet er seine Arme aus: „Guck Mama so! Wusch!“ Luis Mama muss lachen. „Das ist ja großartig. Das hat bestimmt Spaß gemacht!“ Luis nickt: „Und wie!“ antwortet er. „Das hättest du sehen sollen.“ Und wieder breitet er seine Arme aus: „Wusch!“ ruft er wieder.

Luis Mama freut sich, dass ihr kleiner Spatz heute morgen so gut drauf ist. „Weißt du was?“ fragt sie ihn und stubst ihm auf die Nasenspitze. „Merk dir doch den Traum. Und wenn du heute Abend wieder ins Bett gehst, dann kannst du genau dort weiterträumen wo ich dich geweckt habe. Na, was meinst du?“ Luis ist begeistert. „Oh ja, das mache ich.“ ruft er und springt aus dem Bett. Mit ausgebreiteten Armen läuft er vorbei an seinem neuen Kuschelbären und will in die Küche. Da bleibt er ruckartig stehen. „Was ist los?“ fragt ihn seine Mama. Luis guckt seinen neuen Teddy an. Für einen kurzen Moment hätte er schwören können, dass er ihm zugezwinkert hat. Ist ja komisch, denkt Luis und kratzt sich am Kopf. Wie Luis dort so steht, fragt seine Mama noch einmal nach: „Was ist denn los mein Spatz. Ist alles in Ordnung?“ Da dreht sich Luis mit einem breiten Grinsen um: „Alles prima Mama!“ antwortet er. „Ich habe nur gerade gedacht, dass ich es kaum abwarten kann endlich wieder schlafen zu gehen!“ Dann breitet er seine Arme aus und huscht aus seinem Zimmer, während er laut lachend - WUSCH - ruft.

Autor: Jens Pätz

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