Ein Schneemann rettet Weihnachten

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Weihnachtsgeschichte: Ein Schneemann rettet Weihnachten Cover Bild

Es war einmal ein Schneemann, der lebte im Weihnachtswunderland hoch oben auf einem Hügel in einem Haus, dass auf einem Baum saß. Es war aber kein Baumhaus. Es war ein richtiges Haus in einem Baum. Im Weihnachtswunderland war das normal. Es gab auch Lebkuchenhäuser, riesige Weihnachtsbäume und vieles fantastisches mehr.

Aber kommen wir zurück zu unserem Schneemann, dessen größter Wunsch es war ein Weihnachtself zu sein. Jedoch durften nur Elfen zu Weihnachtselfen werden. So stand es im großen Weihnachtsbuch geschrieben.

Trotzdem versuchte es der Schneemann Jahr um Jahr. Er verkleidete sich sogar einmal als Elf, um in die prächtige Weihnachtsfabrik zu gelangen. Aber er fiel schon am Tore den Wachelfen auf. Vielleicht hatte ihn seine Mohrrübe im Gesicht verraten? Vielleicht war er aber auch einfach nur kugeliger als alle Anderen.

Dieses Jahr würde es bestimmt klappen. Denn der Schneemann hatte eine tolle Idee. Er wollte selbst Geschenke packen und sie an die Kinder verteilen. Dafür konnte ihm der Weihnachtsmann doch nicht böse sein? Und er könnte endlich das so ersehnte Lächeln in die Gesichter der Kinder zaubern.

Als erstes mussten die Geschenke her. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Er musste irgendwie Geld verdienen. Aber was sollte er machen? Er konnte unglaublich gut auf dem Schlitten rodeln. Aber damit konnte man kein Geld verdienen.

Da fiel ihm etwas ein. Er schlitterte freudig los und fing an lauter kleine Schneebälle zu formen. Dann nahm er ein Schild und setzte sich in den Schnee. Auf dem Schild stand geschrieben: "Jeder Ball 3 Taler". Das müsste gehen. Jeder mag doch Schneeballschlachten. Aber der Schneemann saß Stunde um Stunde vergebens. Niemand kaufte auch nur einen Schneeball.

Also fragte er beim Schmied ob er helfen könne. Der lachte aber nur laut. „Was willst du mir helfen?“ fragte der Schmied. „Wenn du bei mir am Feuer stehst, dann schmilzt du doch. Willst du mir als Trinkwasser dienen?“

„Das stimmt.“ Dachte der Schneemann. Es musste etwas sein, wo es kalt ist. Also ging er zur Eisfabrik. Dort wurden große Eisblöcke hergestellt um Iglus zu bauen. Aber auch hier wurde der Schneemann ausgelacht. „Wie willst du mir helfen?“ fragte der Fabrikleiter. „Die Blöcke sind so schwer, wenn du die schieben willst, zerbrechen deine dünnen Stockärmchen.“

„Das stimmt.“ Dachte der Schneemann wieder. Es muss etwas sein, wo es kalt ist und die Arbeit nicht zu schwer. So ging der Schneemann zum Eisverkäufer. Der war von der Idee angetan und sagte: „Du bist bestimmt ein guter Eisverkäufer! Dir ist nie zu kalt und wenn mal Eis zum Kühlen fehlt, nehmen wir einfach etwas von dir.“

Als der Schneemann das hörte erschrak er. „Eis von mir?“ fragte er. „Ich glaube ich habe mich in der Tür geirrt.“ sagte er und lief schnell fort.

Weihnachtsgeschichte: Ein Schneemann rettet Weihnachten; Schneemann mit Violine und Hut

Jetzt war der Schneemann traurig. Nichts, was er versuchte, funktionierte. Er sank mitten in der Stadt zu Boden. Sein Hut rutschte ihm über die traurigen Knopfaugen. Er nahm seine Violine und spielte ein Weihnachtslied. Das half ihm bisher immer, wenn er traurig war.

Beim Spielen war er so in Gedanken, dass er gar nicht bemerkte, wie die vorbeigehenden Leute ihm etwas Kleingeld zuwarfen. Erst als ein Fremder im vorbeigehen sagte: „Ein herrliches Weihnachtslied. Das ist eins meiner liebsten. Spiel weiter Schneemann.“ horchte er auf.

Er schob seinen Hut nach oben und sah das Kleingeld vor ihm liegen. „Das ist Geld!“ sagte er leise. Und spielte weiter. „Das ist Geld!“ rief er laut und spielte weiter. Er grinste über das ganze Gesicht und sang mit voller Herzenslust: „Morgen Kinder wird’s was geben. Morgen werden wir uns freuen…“

Mit dem neu verdienten Geld kaufte er Geschenke und Geschenkpapier. Eine Puppe da und ein Auto hier. Fleißig wurde verpackt und geschnürt. Und die Schnur durchs Loch geführt. „Einer rechts, einer links – ja der Schneemann kommt und bringt’s!“

Aber Moment. Wie sollen die Geschenke nun von hier zu den Kindern gelangen? Der Schneemann überlegte. „Tragen kann ich sie nicht. Aber einen Weihnachtsschlitten habe ich auch nicht. Und der Weihnachtsmann wird mir wohl kaum seinen leihen. Außerdem würden die Rentiere meine Mohrrübe fressen wollen.“

Der Schneemann konnte ja unglaublich gut auf einem Schlitten rodeln, aber es ging ja nicht immer nur Berg ab. Also was tun? Auch hier hatte der Schneemann eine tolle Idee. Er schnürte die Geschenke auf eine Schnecke. Schnecken können viel tragen. Das würde bestimmt funktionieren.

Gerade als er fertig war, kam ein Weihnachtself vorbei. „Was wird das wenn’s fertig ist?“ fragte der Weihnachtself. Der Schneemann stellte sich stolz neben seine Schnecke. „Das ist meine Weinachtsschnecke! Und ich verteile dieses Jahr Geschenke an die Kinder.“

Weihnachtsgeschichte: Ein Schneemann rettet Weihnachten; Schnecke mit Geschenken beladen

Der Weihnachtself schaute den Schneemann und die Schnecke verwundert an. „Ich würde ja jetzt lachen, wenn es nicht so traurig wäre.“ sagte er dann. „Du weißt schon, dass eine Schnecke viel zu langsam ist um alle Kinder auf der Welt mit Geschenken zu beliefern? Ich meine, sie wäre selbst zu langsam um nur dieses Dorf zu beliefern.“

Das freudige Grinsen verging dem Schneemann und der Elf sprach weiter: „Außerdem sind das leider viel zu wenig Geschenke. Du bräuchtest eine Million Milliarden Mal mehr. Aber es ist eh egal. Dieses Jahr fällt Weihnachten sowieso aus!“

Als der Schneemann das hörte, verstand er die Welt nicht mehr. „Weihnachten fällt aus? Das geht doch gar nicht!“ Der Weihnachtself nickte: „Und ob das geht. Der Weihnachtsmann ist krank geworden und kann keine Geschenke verteilen.“

„Naaaein“ hauchte der Schneemann erstaunt und sah den Elf ungläubig an. „Der Weihnachtsmann kann gar nicht krank werden.“ Der Weihnachtself nickte wieder: „Das stimmt. Normalerweise nicht. Aber dieses Jahr ist es so kalt, dass es sogar uns Weihnachtselfen zu kalt ist.“ Der Schneemann wurde nervös: „Aber Weihnachten, also Weihnachten… also, was ist mit Weihnachten?“ Er lief hektisch im Kreis und sprach mit sich selbst: „Nein, nein, nein, nein, dass kann nicht sein. Ein Weihnachten ohne Geschenke ist kein Weihnachten.“

Der Weihnachtself unterbrach den Schneemann. „Weihnachten ist sehr wohl auch ohne Geschenke Weihnachten. Die Geschenke wurden sowieso immer mehr und fast schon zu viel über die letzten Jahre.“ Der Schneemann sackte kurz zusammen und hauchte aus: „Jaaaaaaaaaaaaaa, schon klar.“ Dann stellte er sich kerzengerade hin und sagte: „Aber mit Geschenken ist es doch viel schöner.“

Der Weihnachtself schüttelte den Kopf: „Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Da braucht es keine Geschenke.“ Da fuhr der Schneemann herum und sagte leise: „Ja, das stimmt.“ Dann nahm er eines seiner Geschenke und hielt es dem Weihnachtself vor die Nase: „Aber schau, wie schön die Geschenke sind. Mit so einem Geschenk kann ich meine Nächstenliebe doch viel besser zeigen als ohne.“

Dann ließ er das Geschenk hinter seinem Rücken verschwinden und schaute den Weihnachtself traurig an. „Schau, jetzt ist es weg. Ist das nicht traurig? Stell dir mal die vielen kleinen traurigen Kulleraugen vor, die vor einem Weihnachtsbaum stehen, unter dem keine Geschenke liegen. Und jetzt sage den Kindern, dass wir keine Geschenke brauchen, denn Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe!“

Der Weihnachtself gab nach: „Ok, vielleicht hast du Recht. Aber was sollen wir machen? Es ist zu kalt!“ Der Schneemann warf das Geschenk bei Seite und schlitterte zum Weihnachtself: „Ha! Genau! Es ist zu kalt! … Für den Weihnachtsmann. Aber ich bin ein Schneemann!“ dann drehte er sich im Kreis und fing an zu singen: „Mir ist nie zu kalt, werd ich noch so alt. Ich kann mich sputen und eilen, den Kindern Geschenke verteilen. Du musst mir nur helfen mit Zeug und Gespann. Bring mich schnell zum Weihnachtsmann.“

Der Weihnachtself hielt sich die Ohren zu: „Jetzt hör bloß auf zu singen. Ich bring dich ja schon hin.“ Der Schneemann sprang vor Freude in die Luft: „Juhu! Hey, das hat sich fast gereimt. Du könntest auch ein Lied singen.“ Und so redete der Schneemann noch eine ganze Weile auf dem Weg zum Weihnachtsmann – zum Leidwesen des Weihnachtselfen.

Beim Weihnachtsmann angekommen, war dieser sehr erstaunt einen Schneemann bei sich zu Hause zu sehen. Normalerweise waren dort nur Weihnachtselfen. Aber der Weihnachtsmann fand die Idee toll, dass Weihnachten nicht ausfallen sollte. Denn auch er war der Meinung, dass Weihnachten mit Geschenken einfach schöner ist. Nur, wie sollte der Schneemann so viele Geschenke verteilen?

Der Schneemann kaute nervös auf seinen Lippen. Er war so nah dran, seinen größten Traum zu leben. „Wir müssen ja nicht alle Geschenke verteilen.“ sagte er dann. „Jeder bekommt dieses Jahr etwas weniger. Das ist immer noch besser als gar nichts, oder?“ Der Weihnachtsmann schaute den Schneemann an: „Die Idee finde ich gar nicht schlecht. Das sollte funktionieren! Aber womit willst du die Geschenke fahren? Meinen Schlitten kannst du nicht haben!“

Der Schneemann war kurz vorm Verzweifeln. „Nur noch dieses eine Problem lösen und mein Traum wird wahr.“ dachte er sich. Dann sagte er kleinlaut: „Also, ich bin ein ziemlich guter Schlittenrodler!“ und schaute den Weihnachtsmann fragend an. Da mischte sich der Weihnachtself ein: „Ach, das ist doch alles Nonsens! Dann belieferst du nur die Kinder, die am unteren Ende eines Berges wohnen? Oder wie soll ich mir das vorstellen?“

Aber der Weihnachtsmann hob die Hand und bewegte seine Finger als würde er die Luft kraulen. Aus dem Nichts entstand eine riesige Schneerutsche unter dem Schneemann. Dann sagte der Weihnachtsmann: „Du bist doch so ein guter Schlittenrodler. Dieser Schneeberg wird dich begleiten. Er ist ein nie endender Schneehang. So kannst du überall geschwind hin rodeln.“

Weihnachtsgeschichte: Ein Schneemann rettet Weihnachten; Schneemann auf Schlitten

Der Schneemann schaute den riesigen Schneeberg an und sagte: „Das …. Ist…“ dann sprang er plötzlich in die Luft und rief laut: „... ja der Hammer! Unendlich rodeln! So habe ich mir das in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt.“

Der Schneemann freute sich wie nie zuvor. Der Weihnachtsmann aber hob nochmal seinen Zeigefinger und sagte mahnend: „Aber passe bei den Kaminen auf! Ich habe mir schon mal den Po verbrannt!“ Den Schneemann ließ das aber kalt: „Ach, ich habe so viel Schnee dabei, wenn ich mir den Po verbrenne, mache ich mir einfach einen neuen - haha.“ Dann grinste er den Weihnachtsmann an, sprang auf seinen Schlitten und weg war er.

Und so rettete der Schneemann das Weihnachtsfest, das viel zu kalt war, aber für den Schneemann genau richtig!

Autor: Jens Pätz

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