Ein Bett frei und eins für drei?

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Gute Nacht Geschichte - Ein Bett frei und eins für drei? - Lydia als Engel

Heute erzähle ich euch eine Geschichte von einem kleinen Mädchen namens Lydia. Lydia ist 4 Jahre alt und immer lieb und brav. Mama und Papa sind ganz stolz darauf, dass sie so ein liebes Kind haben. Die Mama sagt oft sogar „Mein Engel“ zu Lydia, weil sie so brav wie ein Engel ist. Doch da gibt es eine Sache die Mama und Papa nicht so himmlisch finden. Lydia schläft jede Nacht im Bett der Eltern.

Warum das denn? Fragt ihr euch jetzt bestimmt. Hat sie denn kein eigenes Bett? Doch das hat sie. Und sogar ein ganz kuscheliges. Mit vielen Kuscheltieren und riesig viel Platz für so ein kleines Mädchen wie Lydia. Aber Lydia will einfach nicht in ihrem eigenen Bett schlafen. Sie findet es bei Mama und Papa viel gemütlicher.

Dabei weiß Lydia gar nicht mehr, wie es ist in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Das ist schon so lange her, dass sie es vergessen hat.

Mama und Papa haben Lydia ganz doll lieb. Aber so groß Mamas und Papas Bett auch sein mag, ist es doch ein wenig eng für drei. Vor allem seit Lydia immer größer wird. Wenn der Papa sich nachts umdreht, stupst er Lydia an. Dann wird Lydia kurz wach und dreht sich auch um. Dabei stößt sie Mama an und die Mama wird wach und dreht sich auch um. Und wenn sich Papa wieder umdreht, geht das Spiel von vorne los.

Manchmal zuckt Lydia auch im Schlaf. Sie träumt dann was und fängt an, mit den Armen und Beinen zu zappeln. Lydia selbst merkt davon nichts. Aber je nachdem wie rum sie gerade liegt, hat entweder die Mama oder der Papa das Glück getroffen zu werden. Davon wacht man natürlich auch auf. Und wenn man nicht genügend schläft, ist man morgens auch nicht ausgeschlafen.

Wenn Lydia dann tagsüber spielen möchte, sind Mama und Papa viel zu kaputt. Sie haben ja nicht viel geschlafen. Und es war schon anstrengend genug, die Arbeit und den Haushalt zu erledigen.

Das findet Lydia doof. Dabei wäre die Lösung so einfach. Sie müsste nur in ihrem eigenen Bettchen schlafen. Dann wären Mama und Papa ausgeschlafen und munter genug, um mit Lydia zu spielen.

Gute Nacht Geschichte - Ein Bett frei und eins für drei? - Lydia als Kleinkind mit ihrem Teddy im Kinderbett

Früher hatte Lydia im eigenen Bettchen geschlafen - als sie noch kleiner war. Dort kuschelte sie gerne mit ihrem Teddy. Aber daran erinnert sich Lydia nicht mehr. Irgendwann bekam sie ein neues Bett - weil sie größer wurde. Und in dem neuen Bett hat sie nicht ein Mal geschlafen.

Wenn Mama Lydia bisher gefragt hatte, ob sie nicht mal in ihrem eigenen Bett schlafen möchte, dann sagte Lydia: „Nein.“ Mehr sagte Lydia nicht dazu. Aber heute sagte die Mama zum ersten Mal etwas, dass Lydia zum Nachdenken brachte.  „Dein Teddy ist bestimmt schon ganz traurig und vermisst dich ganz doll.“

Lydia hatte gar nicht daran gedacht, dass, wenn sie bei Mama und Papa schläft, ihre Kuscheltiere ganz alleine sind. Und tatsächlich waren ihre Kuscheltiere schon ganz traurig. Der kleine braune Teddy, ihre Puppe, das weiße Kaninchen Herr Schlappohr und ihr kleines rosa Einhorn waren ganz alleine. Das musste natürlich sofort geändert werden.

Als Mama gerade im Schlafzimmer Wäsche zusammenlegte, huschte Lydia an ihr vorbei. In ihren Armen die Kuscheltiere. Lydia platzierte die Kuscheltiere auf Mamas und Papas Bett und sagte: „Problem gelöst.“ Dann  rieb sie sich die Hände wie Papa, wenn er etwas fertig gemacht hatte.

Das hatte die Mama nicht im Sinn als sie Lydia von den traurigen Kuscheltieren erzählte. Sie kniete sich vor Lydia hin und sagte: „Mein Engel. Das geht aber nicht. So haben wir nicht mehr genug Platz im Bett. Wir können ja so schon kaum schlafen.“

Lydia überlegte kurz. Stimmt, da war ja noch ein anderes Problem. Mama und Papa waren immer zu müde. Sollte sie vielleicht doch versuchen im eigenen Bett zu schlafen? Entmutigt atmete sie aus: „Puh. Du und Papa seid so weit weg.“ Sagte sie. Die Mama schaute Lydia an: „Du meinst, wenn du in deinem Bett schläfst?“ „Ja!“ antwortete Lydia.

Jetzt überlegte die Mama: „Hm.“ Dann sagte sie: „Was hältst du davon, wenn wir deine Tür ein bisschen offen lassen. Und unsere lassen wir auch ein bisschen offen. Dann hören wir dich sofort, wenn mal etwas sein sollte.“

Lydia guckte ungläubig. Aber die Mama hatte eine Idee. „Wir probieren das gleich mal aus. Das wird bestimmt lustig. Was sagst du?“ Lydia nickte und rannte in ihr Zimmer: „Hallo Mama!“ rief sie dann. Und die Mama antwortete: „Hallo Lydia, mein Engel!“

Es klappte tatsächlich. Lydia konnte Mama hören, ohne dass Mama schreien musste. So verbrachten die Zwei noch eine Weile und machten allerhand witzige Geräusche, die der andere erraten musste.

Als Papa nach Hause kam, machte er sofort mit. Jetzt rief Mama aus dem Schlafzimmer, Lydia aus dem Kinderzimmer und Papa aus der Stube. Das war lustig. Aber Papa hatte auch noch zwei Überraschungen mitgebracht.

Einmal eine total kuschelige Kuscheldecke und ein super tolles Nachtlicht. Die Kuscheldecke war rosa. Denn Lydia liebt rosa. Dazu waren dann noch kleine Blümchen darauf, die fast aussahen wie Sternchen. Sternchen wären Lydia zwar lieber gewesen, aber die Blümchen leuchteten im Dunkeln und das war super.

Das Nachtlicht machte dagegen tatsächlich kleine Sterne. Wenn man es anmachte, waren überall im Kinderzimmer kleine leuchtende Sternchen. Als Papa sagte, dass das Nachtlicht extra für die Nacht ist und die ganze Nacht an bleiben darf, sagte Mama sofort: „Na siehst du. Da kannst du uns nicht nur hören, sondern nachts in deinem Zimmer auch alles sehen.“

Jetzt gefiel Lydia ihr Zimmer schon viel besser. Und Mama hatte auch noch eine Neuigkeit. Denn wenn Lydia ab jetzt in ihrem eigenen Bettchen schlief, dann war sie ja schon groß und tapfer. Deswegen durfte Lydia ab jetzt jeden Abend 15 Minuten länger wach bleiben. Das freute Lydia und sie fühlte sich richtig erwachsen.

Gute Nacht Geschichte - Ein Bett frei und eins für drei? - Lydia schläft mit ihren Kuscheltieren im eigenen Bett

Nach dem Abendbrot machte sich Lydia bettfertig. Aus dem Badezimmer marschierte sie schnurstracks in Mamas und Papas Schlafzimmer. Was war denn jetzt los? Lydia wollte doch heute im eigenen Bettchen Schlafen. Ach so, die Kuscheltiere waren noch da. Na, die mussten natürlich noch geholt werden.

Dann kuschelte sich Lydia mit der neuen Decke in ihr Bettchen. Teddy, Herr Schlappohr, ihre Puppe und ihr Einhorn um sich herum. Das tolle Nachtlicht funkelte und Mama las ihr noch eine Geschichte vor. Dabei konnte Lydia richtig schön einschlummern. Sie schlief tief und fest. Und geträumt hat sie sogar auch noch etwas Schönes.

Autor: Jens Pätz

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