Eierlegen? Nichts leichter als das!

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Henne mit Eiern im Stroh - Cover Bild zur Geschichte Eierlegen? Nichts leichter als das! auf Schlummerienchen®

Heute ist es so weit: Das große Ostereierlegen auf dem Bauernhof hat begonnen! Der Osterhase ist schon ganz aufgeregt. Auch die Hühner sind aufgeregt und legen so viele Eier sie können. Sie wollen dem Osterhasen helfen, damit er genug Eier zum Bemalen hat. Schließlich braucht er eine ganze Menge, um allen Kindern bunt bemalte Ostereier in die Osternester zu legen.

Als der Osterhase auf dem Bauernhof ankommt, haben die Hennen schon so viele Eier gelegt, dass die Körbe überquellen. Der Osterhase macht sich sofort ans Werk und bemalt die Eier blitzgeschwind. Die Farbe tropft und kleckst in alle Richtungen! Die Osterstimmung ist auf dem Höhepunkt!

Da watschelt plötzlich die junge Henne Hanne an dem inzwischen bunt befleckten Osterhasen vorbei. Aber was ist das? Die kleine Henne sieht sehr traurig aus. Das bemerkt natürlich auch der Osterhase. „Nanu? Kleine Henne, wieso bist du denn so traurig?“, fragt er sie und Hanne antwortet bedrückt. „Ach lieber Osterhase! Es ist ganz furchtbar. Ich bin das erste Mal beim großen Ostereierlegen mit dabei und kann einfach kein Ei legen! Die anderen Hennen lachen mich schon aus. Was soll ich denn nur tun? Ich möchte doch auch so gerne helfen.“

„Hm, das ist kniffelig!“, murmelt der Osterhase und überlegt angestrengt. Da kommt ihm eine Idee: „Wieso fragst du nicht mal die anderen Vögel auf dem Bauernhof? Die haben bestimmt einen guten Rat für dich.“ Hanne strahlt: „Das ist eine hervorragende Idee! Ich mache mich gleich auf den Weg“, ruft sie vergnügt und watschelt erleichtert los.

Als erstes besucht sie die Gänsefamilie. Die Gänsemama hört sich Hannes Problem geduldig an. Nach eingehender Überlegung sagt sie: „Nichts leichter als das! Als Erstes musst du um den großen Eichenbaum watscheln. Danach musst du dir ein paar Federn für dein Nest ausreißen. Und dann stellst du dich in dein Nest hinein und die Eier kommen von allein!“.

Das hört sich doch gar nicht so schwierig an, denkt Hanne und legt gleich los: Sie watschelt um die große Eiche – Witsch Watsch -, reißt sich einige Federn aus – Zupf Zapf – und stellt sich dann in ihr kleines Nest aus Ästen.

Sie wartet… und wartet … und … NICHTS! Kein einziges Ei!

„Hm, vielleicht sollte ich die Entenfamilie fragen!“, sagt sich Hanne und macht sich auf den Weg. Auch die Entenmama hört sich Hannes Problem geduldig an. Nach eingehender Überlegung sagt sie: „Nichts leichter als das! Als Erstes musst du einmal um den Teich schwimmen. Danach musst du etwas Matsch in deinem Nest mit den Füßen festtreten. Und dann stellst du dich in dein Nest hinein und die Eier kommen von allein!“

Das hört sich doch gar nicht so schwierig an, denkt Hanne wieder und legt gleich los: Sie schwimmt einmal um den Teich – Pitsch Patsch – und tritt dann den Matsch – Kwitsch Kwatsch – in ihrem Nest fest. Danach stellt sie sich hinein.

Sie wartet… und wartet … und … NICHTS! Kein einziges Ei!

„Hm, vielleicht frage ich dann doch lieber die Storchenfamilie!“, sagt sich Hanne und macht sich auf den Weg. Und auch die Storchenmama hört sich Hannes Problem geduldig an. Nach eingehender Überlegung sagt sie: „Nichts leichter als das! Als Erstes musst du dir im Feld ein paar Würmer picken. Danach musst du dein Nest mit Getreide schmücken. Dann stellst du dich in dein Nest hinein und die Eier kommen von allein!“.

Das hört sich doch gar nicht so schwierig an, denkt Hanne wieder mal und legt gleich los: Sie sucht im Feld nach Würmern – Pick Pick – und mit Getreide vom Feld – Schick Schick – schmückt sie ihr Nest. Danach stellt sie sich hinein.

Sie wartet… und wartet … und … NICHTS! Kein einziges Ei!

„Hm, vielleicht muss ich ja alles zusammen machen!“, sagt sich Hanne voller Hoffnung und macht sich auf den Weg. Sie watschelt um die große Eiche – Witsch Watsch -, reißt sich einige Federn aus – Zupf Zapf, schwimmt einmal um den Teich – Pitsch Patsch – und tritt dann den Matsch – Kwitsch Kwatsch – in ihrem Nest fest. Sie sucht im Feld nach Würmern – Pick Pick – und mit Getreide vom Feld – Schick Schick – schmückt sie den Rest. Danach stellt sie sich ins Nest hinein und wartet fein.

Sie wartet… und wartet … und … WIEDER NICHTS! Das kann doch nicht wahr sein! Kein einziges Ei!

„Oh je, wie furchtbar! Ich werde nie ein Ei legen und kann dem Osterhasen nicht helfen! Vielleicht bin ich einfach nicht dafür gemacht Eier zu legen…“, sagt Hanne und lässt den Kopf hängen. Betrübt bleibt sie in ihrem Nest aus Federn, Matsch und Getreide sitzen.

Das ist natürlich Quatsch, weiß der Osterhase. Hanne ist eine Henne und Hennen legen Eier! Er unterbricht sein „Farb-Gekleckse“ und verschwindet im Hühnerstall. Kurz darauf kommt er mit der alten Großmutterhenne um die Ecke. „Ich habe einen kleinen Fehler gemacht!“, ruft er. Großmutterhenne erkennt sofort das Problem und die vielen Versuche von Hanne ein Ei zu legen. „Oh je mein Kind!“, sagt sie und schüttelt den Kopf, „Hat dir der Osterhase den Rat gegeben die anderen Vögel zu fragen?“ Dann schaut sie den Osterhasen an. Verlegen zuckt der flotte Pinselschwinger mit den Schultern und murmelt: „Ich wollte nur helfen!“

Großmutterhenne nimmt Hanne sofort unter ihre Fittiche. „Komm mit Hanne, ich zeige dir jetzt mal, wie wir Hühner Eier legen.“, sagt sie mit einem stolzen Lächeln. Hanne ist erleichtert und folgt Großmutterhenne zum Hühnerstall.

„Als erstes picken wir viele Körner – Pick Pick“, erklärt sie. „Nachdem wir dann satt und rund sind, watscheln wir in den Hühnerstall – Witsch Watsch – und dann musst du dich einfach entspannen, denn unter Druck wird das sowieso nichts! Denk einfach an etwas Schönes. Ich denke zum Beispiel immer an die vielen bunt bemalten Eier vom Osterhasen.“

Hanne strengt sich an. Als sie im Hühnerstall hockt, denkt sie daran, wie schön es wäre, wenn der Osterhase eines ihrer Eier bemalen und verschenken würde.

Sie entspannt sich... und entspannt sich … und … PLUMPS!

Da ist es! Das Ei von Hanne! „Da ist es - da ist es! Es war ja ganz einfach. Vielen Dank liebe Großmutterhenne. Ohne dich hätte ich das nie geschafft!“, jubelt Hanne begeistert. „Ich habe doch gar nichts gemacht, Hanne. Das warst du ganz allein.“, lacht die Großmutterhenne.

Von nun an hilft Hanne fleißig mit und legt ein Ei nach dem anderen. Der Osterhase ist sehr glücklich, dass Hanne es letztlich doch noch geschafft hat. Und auch Hanne freut sich jetzt schon auf das nächste große Ostereierlegen auf dem Bauernhof.

Autor: Jens Pätz

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