Eduard das Traum-Schaf

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Gute Nacht Geschichte - Eduard das Traum-Schaf springt über einen Zaun - Sternenhimmel - Cover Bild

Ich erzähle euch heute die Geschichte von Eduard. Eduard ist ein Schaf. Aber nicht irgendein Schaf, nein. Eduard ist ein Traum-Schaf. Was ein Traum-Schaf ist fragt ihr? Wenn ihr nachts die Äugelein schließt und Schäfchen zählt, dann ist Eduard das Traum-Schaf Nummer sieben, das über den Zaun springt.

Als Traum-Schaf mit der Nummer sieben hat er aber nicht so viel zu tun. Oft schlafen die Kinder schon bei Schaf Nummer vier oder fünf ein. Deshalb ist es Eduard oft langweilig. Aber er ist zumindest das Ersatz-Schaf für Nummer Fünf. Wenn also Schaf Nummer Fünf mal krank ist oder im Urlaub, dann darf Eduard zwei Mal über den Zaun springen. Ein Mal an fünfter Stelle und ein Mal an siebter.

Dafür muss sich Eduard dann aber doll beeilen. Denn wenn er als fünftes Schaf gesprungen ist, muss er ganz schnell hinter der Wiese zurücklaufen, während Schaf Nummer sechs springt, um dann wieder als siebtes Schaf zu springen. Und er muss geduckt laufen, damit ihn die Kinder nicht sehen. Sonst wüssten sie ja, dass ein Schaf fehlt. Und dann könnten sie nicht so gut einschlafen.

Eduard wäre gerne Schaf Nummer eins oder zwei – welches Schaf wäre denn auch nicht gerne Nummer eins oder zwei. Dann wäre er viel bekannter und hätte mehr zu tun. Als Schaf Nummer sieben kennt ihn ja kaum jemand. Und wie sollte seine Arbeit anerkannt und geschätzt werden, wenn er kaum zum Springen kommt.

Aber dennoch ist Eduard froh. Es könnte weitaus schlimmer sein. Stellt euch mal vor er wäre Schaf Nummer neun oder sogar Schaf Nummer elf. Nicht auszudenken wie langweilig das wäre. Dann käme er ja so gut wie nie zum Springen. Nein, für das Schaf Nummer Elf können nur die ganz faulen Schafe genommen werden. Die, die sowieso viel schlafen.

Aber egal, es nutzt ja nichts. Im Moment freut sich Eduard auf seinen Urlaub. Denn einmal im Jahr fliegt jedes Traum-Schaf in den Urlaub. Natürlich nicht alle auf einmal. Das wäre ja eine Katastrophe. Dann könnten die Kinder plötzlich nicht mehr so gut einschlafen. Nein, jedes Traum-Schaf fliegt einzeln in den Urlaub und hat eine Vertretung.

Gute Nacht Geschichte - Eduard das Traum-Schaf sitzt auf dem Mond und schaut sich die Sterne an.

Eduard fliegt im Urlaub gerne auf den Mond. Und so macht er es auch dieses Mal. Da sitzt er dann stundenlang und beobachtet die Sterne. Er freut sich riesig über jede Sternschnuppe die er sieht. Jedes Mal schließt er seine Augen ganz fest und wünscht sich was.

Als er die Augen gerade mal wieder geschlossen hat, hört er plötzlich etwas von der Erde. In den Kinderzimmern der ganzen Welt reden Eltern und Kinder ununterbrochen. Wie kann das sein? Es ist doch schon längst Schlafenszeit! Denkt sich Eduard und horcht genauer hin.

„Papa, da stimmt was nicht.“ Sagt ein Junge. „Da fehlt ein Schaf!“ „Ach Quatsch.“ Antwortet der Papa. „Du musst bestimmt nur richtig hinschauen.“ Aber der Junge bleibt dabei. „Nein Papa. Es fehlt. So kann ich nicht schlafen!“

Auch aus anderen Kinderzimmern hört Eduard solche Gespräche. „Mami da springt kein Schaf mehr? Wo ist das Schaf hin?“ „Nein mein Spatz. Das kann nicht sein. Guck mal genauer hin.“ „Na gut.“ Antwortet das kleine Mädchen und rümpft angestrengt die Nase. „Ich gucke jetzt ganz genau hin.“ „Und?“ fragt die Mama. „Moment, jetzt springen die anderen Schafe gerade.“

Eduard dämmert schlimmes. Oh je, denkt er sich. Da stimmt etwas nicht. Und tatsächlich, das Schaf Nummer neun, das für Eduard einspringen sollte, ist krank geworden. Jetzt springt zwar Schaf Nummer Elf für Schaf Nummer neun ein, aber niemand springt für Eduard ein. Es gibt also eine gähnende Leere beim Schafe zählen zwischen Schaf Nummer sechs und Schaf Nummer acht. So etwas ist noch nie passiert.

Sofort springt Eduard in die Rakete und düst zurück zur Erde. Dort angekommen hüpft er in den Traumteleporter und  „Zoooom“ ist er zurück im Traumland. Ganz schnell nimmt er seine Arbeit als Traum-Schaf wieder auf und die Kinder auf der ganzen Welt sind erleichtert.

In einem Kinderzimmer hört man: „Mami, da ist das Schaf wieder. Es ist wieder da!“ „Na siehst du mein Spatz. Habe ich doch gesagt. Du musst nur richtig hingucken, dann ist es auch da.

Aus einem anderen Kinderzimmer hört man: „Es war aber wirklich nicht da Papa.“ „Natürlich war es da. Du hast nur nicht richtig hingeschaut. Aber jetzt wird geschlafen. Gute Nacht!“

„Ach liebe Eltern, wenn ihr nur wüsstet.“ denkt sich Eduard. „Aber egal. Ich und meine Freunde bringen eure Kinder jetzt in süßeste Träume! Gute Nacht und guten Schlaf. Euer Eduard das siebte Traum-Schaf.“

Autor: Jens Pätz

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