Die Piraten von Togabowu

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Luca der kleine Pirat aus der Gute Nacht Geschichte: Die Piraten von TogabowuIn einem fernen Land erzählte man sich von einer geheimnisvollen Insel namens Togabowu. Sie hätte ihren Namen schon von den alten Römern, da im Wort Togabowu das Wort Toga vorkommt, was so viel heißt wie Gewand. Manche sagten aber auch, dass das „bowu“ aus dem Namen der Insel aus dem fernen Afrika stammen müsste. Da aber niemand die Insel bisher selbst gesehen hatte, lohnte es sich nicht darum zu streiten; bis Luca auftauchte.

Luca war 10 Jahre alt und gekleidet wie ein echter Pirat. Er trug ein rotes Kopftuch, zwei goldene Ohrringe, ein zerfranztes Hemd, eine rote geflickte Hose und braune Stiefel. Dazu trug er einen Säbel bei sich und einen kleinen Papagei auf der Schulter. Der Papagei war aber nicht bunt. Nein, er war Kreide bleich - komplett weiß. Also genauso ungewöhnlich wie der kleine Luca. Wenn Luca durch die Gassen ging, guckten ihn die Leute komisch an. Das lag wohl daran, dass noch niemand einen so jungen Piraten gesehen hatte. Aber das störte Luca nicht.

Im Gasthaus wollte Luca ein Zimmer für die Nacht mieten, als der Wirt zu ihm meinte: „An Kinder vermiete ich nicht!“ Luca schaute ihn an und sagte mit fester Stimme: „Verzeiht mein Herr, aber ein Kind sehe ich hier nicht!“ „Mein Kleiner du hast Mumm, das muss man dir lassen. Aber du bist trotzdem ein Kind!“ Bei dem was Luca jetzt antwortete horchten alle im Gasthaus auf: „Auf der Pirateninsel Togabowu konnte ich in jedem Gasthaus ein Zimmer mieten. Dort waren wir alle erwachsen und machten was wir wollten.“

Das Gesicht des Wirts war wie versteinert. Dann aber begann er langsam zu grinsen: „Beinahe hättest du mich reingelegt. Ich hätte dir fast geglaubt. Aber Togabowu ist nur ein Hirngespinst der Leute.“ Da atmeten auch die anderen Gäste im Gasthaus auf.

Luca holte Luft: „Genau das wollten wir auch erreichen. Alle sollten Togabowu als Fantasterei abtun. So hatten wir unsere Ruhe. Aber dann kippte die Insel um und so landete ich hier. Und jetzt brauche ich ein Zimmer.“ Da trat der Bürgermeister zu den beiden: „Junge, weißt du überhaupt, was du da für Piratenmärchen erzählst? Die Insel kippte um. Glaubst du du hast hier lauter Narren vor dir?“ Der Bürgermeister packte Luca schroff am Oberarm: „Eine Insel kann nicht umkippen!“ Luca schaute den Bürgermeister mit bravem Blick an und säuselte: „Verzeiht Herr Bürgermeister, aber nach eurer Auffassung tut ihr gerade einem Kind weh.“ Da ließ der Bürgermeister plötzlich den kleinen Piraten wieder los. In dem Moment rutschte Luca durch seine Beine, schnappte sich eine Kerze von einem Tisch und hielt sie an den Po des Bürgermeisters. Bevor dieser sich versah, wurde sein Hintern so heiß , dass er mit piepsender Stimme wegsprang. Luca grinste über das ganze Gesicht: „Verzeiht Herr Bürgermeister aber das war ich ihnen nun schuldig.“

Nun erhob Luca die Stimme: „Horcht auf brave Bürger.“ Er glitt mit elegantem Schritt durch die Menge und erzählte mit geheimnisvoller Stimme: „Togabowu war eine Pirateninsel. Ja, es gab sie wirklich. Viele Piraten lebten dort. Nun liegt sie auf dem Kopf und auf der Unterseite einer Insel kann man nun wirklich nicht leben. Da sie umgekippt ist, suchen alle ein neues Zuhause. Aber nicht alle sind so liebreizend wie ich.“ Luca lächelte und klimperte mit den Augen. Dann wurde er wieder ernst: „Als die Insel kippte sind nicht bloß anständige Piraten wie ich geflohen. Nein, es sind auch bitter böse Piraten entkommen. Sie flohen aus unseren Steinverliesen. Ihre Ketten lösten sich im Wasser auf, da sie aus Meeresalgen gesponnen waren.“

Ein Gast unterbrach Luca mit gebannter Stimme: „Ketten aus Meeresalgen?“ Luca fuhr fort: „Natürlich, richtig gesponnen sind sie fester als geschmiedetes Eisen.“ Luca‘s Stimme wurde schneller und höher: „Ausserdem ist Eisen recht selten. Ich meine, als Pirat erbeutet man viel – Gold, Juwelen, Silber, aber kaum Eisen. Und selbst wenn, was soll man damit? Es wiegt viel, ist schwer zu tragen und man hat ja schon genug an seinen Juwelen und dem vielen Gold zu schaffen.“ Da bemerkt Luca, dass er in Gedanken versunken geplappert hatte. Er guckt links und rechts, bewegt aber nur seine Augen um die Leute anzuschauen.

Böser Pirat von TowaboguDann wurde er schlagartig wieder ernst und erzählte mit geheimnisvoller Stimme weiter: „Also, die bösartigen, fiesen Piraten, befreiten sich aus den Ketten und flohen in alle Richtungen. Wir konnten nichts dagegen tun. Wir waren damit beschäftigt, zu versuchen, die Insel wieder umzudrehen.“ Luca machte eine kurze Pause, dann erzählte er weiter: „Aber leider ohne Erfolg. Togabowu war verloren und mit ihr all unsere Schätze. Die fiesen, gemeinen und nicht zu vergessen sehr gefährlichen Piraten, konnten fliehen. Aber keine Angst, so lange ich hier bei euch bin habt ihr nichts zu befürchten.“ Luca wechselte seine Stimme von geheimnisvoll zu fordernd: „Wenn ihr mir denn ein Zimmer gebt.“

Die Leute wussten nicht so recht, ob sie diese Geschichte glauben sollten. Aber wer könnte sich so etwas Verrücktes ausdenken? Eine Insel die umkippt und der Versuch sie wieder umzudrehen. Ketten aus Meeresalgen und furchtbar fiese Piraten. A pro pro böse Piraten – ein Gast schreit auf: „Böse Piraten, die mit Ketten aus Meeresalgen härter als Eisen gefangen waren, sind auf dem Weg hierher. Um Himmels Willen gebt ihm doch ein Zimmer!“ Weitere Stimmen schlossen sich an: „Bei meiner geliebten Frau Mutter jetzt macht schon Herr Wirt oder wollt ihr den Piraten gegenübertreten?“ Der Wirt schaute in das immer noch verdutzte Gesicht des Bürgermeisters, zögerte kurz und gab Luca dann tatsächlich einen Schlüssel, während er nachdenklich sprach: „Das… das zweite Zimmer oben rechts. Es hat den schönsten Ausblick. Damit ihr auch das Meer sehen könnt, falls die Piraten kommen sollten.“

Luca grinste frech: „Na bitte, es geht doch!“ Dann schnappte er den Schlüssel, drehte sich nochmal um, verbeugte sich und ging die Treppen hoch, während er noch einmal rief: „Ihr habt das Richtige getan, ich werde über euch wachen.“ In seinem neuen Zuhause schmiss sich Luca sofort auf sein neues Bett. „Ach ist das herrlich weich.“ Dachte er, während er die Arme hinter seinem Kopf verschränkte. Luca hatte sehr lange nicht mehr geschlafen. Die Müdigkeit ging durch seinen ganzen Körper; bis er gähnen musste. Er atmete tief ein und kurz bevor er wegschlummerte säuselte er: „Ach ja, Luca und seine Quatschgeschichten. Sie glauben wirklich alles, wenn es ihnen hilft.“ Und schon war er eingeschlafen.

Autor: Jens Pätz

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