Der furchtlose Willbi

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Kindergeschichte - Der furchtlose Willbi - Willbi die Maus

Es lebte einst eine kleine Maus in Afrika. Sie lebte in einem kleinen Dorf am Rande des Dschungels. In Afrika war es sehr heiß und im Dorf in dem die Maus lebte gab es keine Wasserstelle, keinen See oder auch nur einen kleinen Teich in der Nähe. „Puh“ prustete die Maus. „Ich muss hier unbedingt raus.“ Gesagt, getan und so entschloss sich die Maus ihren Bruder im Dschungel zu besuchen.

Im Dschungel gab es viele Wasserstellen. In Gedanken schwamm die Maus schon im kühlen Nass und es huschte ihr ein Lächeln über das Gesicht „Brrrrr, schön kühl ist das Wasser.“ Dachte sie sich. Schnell noch die Badehose ins kleine Köfferchen gepackt und los ging die Reise.

Bei ihrem Bruder im Dschungel angekommen, wunderte sich die kleine Maus über das verschottete Haus. Alle Fenster waren dicht und drinnen brannte Licht. Die Maus klopfte. Drinnen rumpelte es und dann war es still. Die Maus klopfte nochmal: „Hey!“ rief sie. „Ich hab dich doch gehört. Jetzt mach schon auf Jonas!“ Da öffnete sich die Tür einen kleinen Spalt. Erst war eine schnüffelnde Nase zu sehen, dann das Blinzeln kleiner Äuglein.

Jonas riss die Tür auf und sprang seinem Bruder in die Arme: „Oh, Willbi. Du bist’s. Das ist aber schön dich zu sehen.“ Dann schaute sich Jonas links und rechts um. „Okay, komm schnell rein.“ sagte er und schloss die Tür. Willbi schaute sich um. Alles war ziemlich dunkel. „Warum hast du die Fenster…ach egal.“ sagte Willbi. „Ich bin hier für einen Badeurlaub! Die Hitze hält ja keiner aus! Also, schnapp deine Badehose und ab geht’s!“

Jonas schaute Willbi ängstlich an: „Du willst baden gehen? An das Wasserloch? Aber Willbi, da gehen alle Tiere hin. Es ist gefährlich im Dschungel!“ „Wie bitte? Pappalapapp, komm jetzt!“ Jonas zog an Willbi’s Arm: „Nein Willbi – wirklich - es ist zu gefährlich. So viele Tiere sind stärker als wir und wollen uns fressen.“ Aber Willbi ließ sich nicht beirren. „Wenn du deine Badehose nicht einpackst, mach ich das!“ sagte er und zog Jonas hinter sich her.

Als erstes begegneten sie einem Löwen. „Ahhh!“ schrie Jonas auf und huschte hinter Willbi. Willbi schaute den Löwen an. „Was? Vor dem hast du Angst?“ Dann zog er seine Ohren auseinander, streckte die Zunge raus und machte: „Bölölölölölölöl.“ Aber der Löwe schaute ihn nur gelangweilt an. „Was?“ sagte Willbi. „Du hast keine Angst vor mir?“ Der Löwe lächelte müde: „Ich bin der König des Dschungels; warum sollte ich vor einer kleinen Maus wie dir Angst haben?“

„Was, kleine Maus?“ sagte Willbi und krämpelte sich die Ärmel hoch. „Du bist ganz schön frech für so eine behaarte Mietzekatze.“ Jonas zog an Willbis Hemd: „Hör auf Willbi. Der ist viel größer als wir.“ Aber Willbi winkte ab: „Ach, pappalapap. Die Menschen rennen weg, wenn ich das mache. Was glaubt der eigentlich wer er ist?“

Kindergeschichte - Der furchtlose Willbi - Willbi die Maus

Der Löwe guckte Willbi verwundert an: „Die Menschen haben Angst vor dir?“ Willbi plusterte sich stolz auf: „Und ob! Die springen auf Stühle und Tische - wenn sie mich sehen!“ Da lachte der Löwe laut. Dann holte er tief Luft und brüllte in Richtung der Mäuse. Willbis Ohren flatterten im Wind des Gebrülls. Es war so laut, dass alle Vögel in der Nähe aufschreckten und davon flogen.

Aber Willbi gab sich unbeeindruckt: „Pah, war das alles? Du solltest dir mal wieder die Zähne putzen!“ Jetzt wurde der Löwe stutzig. Mit nachdenklichem Blick musterte er Willbi nochmal. „Du hast keine Angst vor mir? fragte er dann. „Nö!“ sagte Willbi standhaft. „Warum sollte ich? Du solltest Angst vor mir haben!“

Der Löwe wusste nicht so recht was gerade passierte. Da stand eine kleine Maus mit hochgekrempelten Ärmeln vor ihm und guckte ihn böse an. „Du sagst: die Menschen haben Angst vor dir? Beweise es!“ sagte der Löwe schließlich. „Pah.“ Sagte Willbi. „Kein Problem!“

Sie schlichen sich in das nahe gelegene Dorf. Der Löwe hatte Angst vor den Menschen und blieb immer öfter stehen, je näher sie dem Dorf kamen. „Was ist los Angsthase? Hat dich der Mut verlassen?“ rief Willbi frech.“ „Die kleine Maus scheint wirklich keine Angst zu haben.“ dachte sich der Löwe.

Im Dorf angekommen sagte Willbi: „Ok, Mietzekatze. Du schaust durch das Fenster zu. Ich gehe rein und zeige dir, wie man mit den Menschen umgeht. Jonas du bleibst bei der Mietzekatze.“ „Was?“ fragte Jonas. „Aber der frisst mich doch.“ „Ach was.“ sagte Willbi. „Die Mietze hat doch vor lauter Angst gar keinen Hunger.“ und ging ins Haus.

Der Löwe traute seinen Augen nicht, als er sah, wie die Menschen über Tische und Bänke sprangen, als sie die kleine Maus sahen. Willbi rannte hin und her und zog seine Grimassen: „Bölölölölölö“. Dann kam er wieder raus: „Na Mietzi? Jetzt du.“ sagte er. Aber der Löwe hatte zu große Angst. Und so schlichen sie zurück in den Dschungel.

Am Wasserloch angekommen sprang Willbi direkt in das kühle Nass: „Juhuuu!“- Platsch – Andere Tiere versammelten sich um das Wasserloch, als sie die Mäuse sahen, trauten sich aber nicht so recht heran, weil der große Löwe dabei stand. Hyänen, Schakale, Wildkatzen … alle warteten auf ihre Chance.

Als der Löwe das sah, sagte er nur: „Macht ruhig. Greift die Mäuse an – ich halte euch nicht davon ab.“ Die Hyänen freuten sich schon auf einen leckeren Snack. „Aber seid gewarnt.“ sagte der Löwe weiter. „Ich würde es nicht tun. Das sind die stärksten Mäuse die ich je gesehen habe. Alle Menschen sind vor ihnen geflohen. Das habe ich mit eigenen Augen beobachtet!“

Die anderen Tiere waren verunsichert und guckten sich fragend an. Eine Hyäne lispelte: „Alssso, wenn der Löwe die noch nicht mal frissst, lassss ich’sss auch.“ Eine andere Hyäne stotterte zurück: „Also d d da da da hast du recht. Wenn der Löwe d da da das nicht mmm ma macht, mmm machs ich’s auch nicht.

Willbi schwamm auf dem Rücken durch das Wasserloch und posaunte: „Was ist los? Traut euch nur. Ihr werdet euer blaues Wunder erleben!“ Aber die Tiere schlichen langsam davon. Sie hatten zu große Angst vor den Mäusen - vor denen sogar die Menschen Angst hatten.

Und auch nachdem Willbi wieder in das Dorf am Rande des Dschungels gefahren war, traute sich niemand an Jonas heran. Er versteckte sich nicht mehr, ließ durch alle Fenster das strahlende Sonnenlicht herein und lebte glücklich bis an’s Ende aller Tage.

Autor: Jens Pätz

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