Baggi in Italien

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Der kleine Bagger Baggi hat seinem Papa schon auf vielen Baustellen geholfen. Jetzt wird es aber Zeit auf eigenen Reifen zu stehen – findet der kleine Bagger. Also beschließt er in die Welt hinauszuziehen. Was ihn da wohl für fantastische Baustellen erwarten?

Als Erstes reist er nach Italien. Das ist wirklich ein schönes Land mit viel Sonnenschein und gar nicht weit weg. Baggi ist erstaunt, als er sieht, dass Italien gleich am Meer liegt. „So viel Wasser!“ sagt er. „Und so viel Sand! Hier gäbe es wirklich viel zu baggern! Aber den Strand lassen wir mal besser liegen. Den brauchen die Menschen noch um sich zu sonnen.“

Baggi’s nächstes Ziel ist die Hauptstadt. Als er in Rom ankommt, rollt er mit großen Augen durch die Straßen. Viele Bauwerke stehen schon hunderte von Jahren hier. Am Kolosseum macht er halt. „Hm,“ denkt sich Baggi „da fehlt ja die Hälfte! Die Bauarbeiter sind bestimmt noch nicht fertig. Ich kann ja mal meine Hilfe anbieten.“

Baggi der kleine Bagger in Rom vor dem Kolosseum - aus der Geschichte: Baggi in Italien, Autor Jens Pätz, auf schlummerienchen.de

Baggi spricht einen Mann an, der so aussieht, als würde er dazugehören. „Hallo, braucht ihr vielleicht Hilfe beim Bau?“ Der Mann schaut den kleinen Bagger verdutzt an: „Beim Bau? Vom Kolosseum?“ fragt er den kleinen Bagger etwas verwirrt. „Ja,“ antwortet Baggi „es sieht so aus, als könntet ihr Hilfe gebrauchen.“ Da lacht der Mann und sagt: „Nein, nein. Aber vielen Dank! Das Kolosseum ist schon 1.950 Jahre alt. Das, was du hier siehst, sind die Reste, die immer noch stehen.“ Ja, das hatte der kleine Bagger nicht erwartet. „Schon 1.950 Jahre alt?“ wiederholt er erstaunt. „Na, da wäre ich auch schon auseinander gefallen.“ Sagt er und beide müssen lachen. Dann setzt er seinen Weg durch Italien fort.

In der italienischen Stadt Pisa herrscht gerade heller Aufruhr, als Baggi ankommt. Viele Menschen laufen aufgeregt um einen Turm herum. Na, was da wohl los ist? Als Baggi nachfragt, dreht sich ein Italiener um und fängt an zu strahlen, als er den kleinen Bagger sieht. „Ciao!“ sagt er. Das ist italienisch und heißt „Hallo!“.

Dann klatscht er in die Hände und wackelt mit ihnen in der Luft herum: „Madonna Mia!“ ruft er, was so viel heißt wie: Oh mein Gott! „Dich hat der Himmel geschickt! Kannst du uns helfen? Schau! Der Turm ist gerade!“ sagt er weiter und zeigt auf den Turm.

Baggi ist verwundert. „Ja,“ sagt der kleine Bagger „das sehe ich. Und?“ Der Italiener ist etwas verwirrt: „Na, der muss schief sein!“ Baggi schaut den Turm nochmal genauer an. „Nein.“ sagt er. „Das ist schon gut so. Ein Turm muss immer gerade sein!“ Doch der Italiener schüttelt den Kopf. „Du verstehst nicht. Normalerweise muss ein Turm immer gerade sein, ja. Aber dieser hier nicht. Das ist der Schiefe Turm von Pisa. Der stand immer schief. Das heißt, bis gestern. Da ist die Erde auf der einen Seite des Turmes weggerutscht und der Turm hat sich gerade hingestellt. Das ist ein Problem. Denn viele Menschen reisen extra nach Pisa um den schiefen Turm zu sehen.“ Wieder klatscht der Italiener in die Hände und wackelt mit ihnen in der Luft herum: „Mama Mia!“ ruft er, was so viel heißt wie: Um Gottes Willen. „Wenn der Turm jetzt gerade steht, kommen keine Touristen mehr und die Kassen bleiben leer.“

Baggi kann das nicht glauben. „Der Schiefe Turm von Pisa?“ fragt er ungläubig nach. „Ja!“ antwortet der Italiener. Baggi will es genauer wissen: „Der stand immer schief und ist nie umgekippt?“ fragt er erneut. „Ja!“ antwortet der Italiener wieder. Das findet Baggi merkwürdig. Also schaut er sich den Turm nochmal an. „Nein!“ sagt er dann. „Doch!“ antwortet der Italiener. „Nein!“ sagt Baggi nochmal. „Doch!“ antwortet der Italiener wieder.

Baggi der kleine Bagger in Pis vor dem schiefen Turm - aus der Geschichte: Baggi in Italien, Autor Jens Pätz, auf schlummerienchen.de

Baggi ist verblüfft: „Na, Sachen gibt’s!“ flüstert er erstaunt. „Und nu?“ fragt er den Italiener. Doch der zuckt mit den Achseln: „Ja, keine Ahnung. Deswegen habe ich dich gefragt. Und, hilfst du uns?“ fragt er den kleinen Bagger erneut.

Baggi nickt mit seiner Baggerschaufel. Der Italiener reißt sofort begeistert seine Hände in die Luft: „Das ist ja prima!“ ruft er. Doch Baggi weiß noch gar nicht genau, wie er helfen soll? Er überlegt angestrengt und spricht mit sich selbst: „Was würde Papa jetzt wohl tun? Komm schon Baggi, dass schaffst du auch alleine. Die einfachste Lösung ist meistens die Beste!“ Und schon kommt ihm eine Idee.

Baggi fängt an, ein Loch auf der anderen Seite des Turmes zu buddeln. Die Italiener stehen mit fragenden Gesichtern drum herum und kratzen sich am Kopf. Was hat er nur vor? Aber Baggi lässt sich nicht beirren. Als genügend Erde weg ist, beeilt er sich schnell aus dem Loch herauszukommen. Doch er hat sich mit der Tiefe des Lochs verschätzt und kommt nun den Abhang nicht mehr ganz hoch. Schnell eilen ihm die Italiener zur Hilfe und ziehen den kleinen Bagger mit vereinten Kräften heraus. Gerade noch rechtzeitig, denn Baggi’s Plan geht auf. Der Turm sackt ab und stellt sich wieder schief.

Puh, das ist gerade nochmal gut gegangen. Aber die Freude ist riesig und alle feiern Baggi. Es wird ein großes Fest gegeben mit Unmengen an leckerem Essen. So lernt Baggi auch gleich die italienische Gastfreundschaft kennen. Bis in die Nacht hinein wird gefeiert, getanzt und gesungen. Der kleine Bagger hat viel Spaß! Doch dann geht er schnell schlafen. Denn schon am nächsten Morgen soll es ganz früh weitergehen. Es gibt noch so viele Länder die Baggi sehen möchte. Und wer weiß, was ihm da noch Unglaubliches bevorsteht.

Autor: Jens Pätz

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